Lokales

Selbstkritisch

Kein anderer als der bekennende Kirchheim-Fan Andreas Kenner war es, der humorig verpackt in der Hitze der jüngsten Lichtdiskussion den Satz äußerte: "Der Kirchheimer neigt zur Selbstgefälligkeit". Sich selbst wollte das Kirchheimer

IRENE STRIFLER

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Urgestein dabei keineswegs ausgenommen wissen. Vielmehr deutete der SPD-Stadtrat ein Problem an, das sich wie ein roter Faden durch die Arbeit des aktuellen Gemeinderates zieht: Die Stadt muss an allen Ecken und Enden modernisiert werden und das, obwohl kein Geld da ist.

Zu lange sonnte man sich im Angesicht der schmucken Fachwerkfassaden im selbstverständlichen Erfolg. Heute weiß man: Kirchheims unangefochtene regionale Beliebtheit der 70er- und 80er-Jahre resultierte ein Stück weit schlichtweg aus der Verschlafenheit der Konkurrenz. Doch die ist längst wach. Nürtingen hat den grauen Zementstaub abgeschüttelt, Göppingen gibt sich mit seiner Neuen Mitte großstädtisch, Esslingen hat sich zum Schmuckkästchen herausgeputzt . . . "Wir sind in vielen Bereichen nicht mehr an der Spitze", lautet Kenners berechtigte Warnung.

Doch schon die Erkenntnis der Selbstgefälligkeit birgt Selbstkritik in sich. Daraus folgt, dass sich die Stadt mit Investitionen auf eine neue Zeit ausrichten will oder besser muss. Die Krux dabei: Der Erfolg ist beileibe nicht garantiert, da haben die Skeptiker recht. Ob sich das Engagement der Stadt und der Geschäftsleute beispielsweise in Sachen Beleuchtungskonzept auszahlt, wird nicht zuletzt der Bürger aus Kirchheim und Umgebung mit seinem ganz persönlichen Einkaufs- und Ausgehverhalten entscheiden.