Lokales

Selektiv, aber kontinuierlich lesen

Mit einem Lehrerseminar begann gestern die neue Staffel von Zeitung in der Schule (ZiSch)

Nach den Herbstferien steht vielen Schülerinnen und Schülern im Verbreitungsgebiet des Teckboten etwas für sie völlig Neues ins Haus – ihren Lehrkräften auch. Mit einem vorbereitenden Seminar begann für sie bereits gestern der Start in die am Montag, 2. November, offiziell anlaufende neue Staffel von „Zeitung in der Schule“, kurz „ZiSch“ genannt.

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Wolf-Dieter truppat

Kirchheim. Dietmar Ederle, Regionalbezirksleiter der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, konnte gestern im Manfred-Henninger-Saal der Kreissparkasse als Hausherr die Teilnehmer des vorbereitenden Lehrerseminars herzlich begrüßen. Auch im Namen von Teckboten-Verleger Ulrich Gottlieb freut er sich darüber, dass die Reihe „Zeitung in der Schule“ weiterhin nachgefragt wird.

Auch wenn sich derzeit bereits 11 Schulen mit 15 Klassen und weit über 300 Schülerinnen und Schülern an dem direkt nach den Herbstferien beginnenden Projekt „ZiSch“ beteiligen, das bis zum 12. Februar geht:Sofort oder auch in das schon laufende Projekt einzusteigen wäre grundsätzlich noch möglich. Entsprechende Anfragen nimmt Dr. Winfried Spiegel vom Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) unter der Rufnummer 0 24 08/5 88 90 entgegen.

Ziel der vom Teckboten in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreissparkasse initiierten und vom IZOP-Institut fachlich begleiteten Aktion ist es schließlich, die Lesekompetenz zu fördern und den täglichen Unterricht in den beteiligten Klassen mit abwechslungsreichem und stets aktuellem Material zu unterstützen.

Besonders wichtig ist Dietmar Ederle, dass dank der erprobt guten Zusammenarbeit des Teckboten mit der Stiftung der Kreissparkasse allen Kindern einer Klasse eine Chance gegeben wird, sich durch die tägliche Zeitungslektüre weiterzubilden.

Ganz besonders wichtig sind Dr. Spiegel dabei vier Ziele, die fast spielerisch erreicht werden können. Das selektive Lesen wird angesichts der überbordenden Vielfalt angebotener Artikel ganz automatisch gelernt, weil niemand alles lesen kann. Wichtig ist dabei natürlich auch die kontinuierliche Lektüre, weshalb das Projekt auch über drei Monate läuft.

Dass eine kritische Medienrezeption auch schon in jungem Alter möglich ist, machte er am Beispiel von Langzeitarbeiten deutlich, die sich beispielsweise mit den Wettervorhersagen befasst und sie mit dem tatsächlichen Wetter verglichen haben . Nicht zuletzt werden durch die intensive Beschäftigung mit der Tageszeitung immer wieder auch neue Interessen geweckt oder können schon vorhandene Spezialgebiete weiter vertieft werden.

Nach der Begrüßungsrunde informierte Dr. Spiegel die Seminarteilnehmer zunächst grundsätzlich über das geschnürte Angebotspaket und klärte dann auch die praktischen Details des Umgangs mit der Zeitung und mit den Modalitäten der Lieferung.

Ganz besonders breiten Raum nahm bei dem Seminar dann verständlicherweise das komplexe Thema „Schreiben für die Zeitung“ ein,. Den Lehrkräften wurden in einem Kurzdurchlauf die für die „ZiSch-Artikel“ wichtigen Basisinformationen an die Hand gegeben, mit denen sie ihr jeweiliges Redaktions-Team anleiten und auch im Rahmen der Langzeitarbeiten entsprechend beraten und begleiten können.

Dass die Beschäftigung mit der Zeitung nicht ohne Folgen bleibt, belegte Winfried Spiegel mit den Ergebnissen einer Untersuchung des Allensbach-Instituts. Bei einer Umfrage unter ehemaligen Teilnehmern an einem „ZiSch-Projekt“ lag die Zahl derer, die „täglich oder fast täglich“ in der Zeitung lesen, bei 78 Prozent. Der entsprechende Wert bei befragten Schülerinnen und Schülern, die noch nie an einem solchen Unterrichtsprojekt teilgenommen hatten, lag dagegen bei 52 Prozent.

Nach einem Workshop zum Einsatz des Teckboten im Unterricht standen die Langzeitaufträge im Mittelpunkt, die die Schülerinnen und Schüler motivieren sollen, sich intensiv in einen sie besonders interessierenden Themenbereich einzuarbeiten.