Lokales

Sensibilisierung für die Sprache des Partners

Zur gemeinsamen Sitzung trafen sich wie jedes Jahr im Herbst die Vertreter der Partnerschaftsausschüsse aus Rambouillet und Kirchheim, dieses Mal in der Teckstadt.

KIRCHHEIM Im Mittelpunkt der gemeinsamen Besprechungen stand der Rückblick auf die Begegnungen des Jahres 2005 sowie die Terminplanung für das nächste Jahr. 2006 ist wieder eine Begegnungsreise der Schüler der 4. Klassen aus Kirchheim, Hochdorf und Rambouillet vorgesehen. Sie findet in den einzigen gemeinsamen Ferien, vom 21. bis 28. März 2006 statt und führt die Teilnehmer nach Aisey-sur-Seine in Burgund. Je 20 Schüler aus den beiden Partnerstädten erwartet ein spannendes Programm. Sie werden mit den Osterbräuchen in Frankreich und Deutschland vertraut gemacht, die Stadt der Gallier, Alesia, kennen lernen und unter anderem erfahren, wie man früher in Burgund lebte. Die Anmeldungen erfolgen über die Grundschulen von Kirchheim und Hochdorf.

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Kirchheims Realschulen streben ebenfalls einen Austausch mit entsprechenden Klassen in Rambouillet an. Der gymnasiale Schüleraustausch an den beiden Kirchheimer Gymnasien wird gewohnt durchgeführt und geht bereits ins 38. Jahr.

Im sportlichen Bereich werden die beständigsten Kontakte von den Abteilungen Tischtennis und Handball gepflegt. Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland wird auch in Kirchheim ihre Spuren hinterlassen: Jugendliche Vertreter aus vielen Teilen der Welt sollen in Kirchheim beherbergt werden. Eine besondere Einladung geht natürlich auch an Rambouillet, diesbezüglich sind die Gymnasien in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bereits tätig geworden. Im kulturellen Bereich ist man bei mehreren Gruppen bemüht, wieder alte Kontakte aufzunehmen und neu zu beleben: Das "Maison de la Culture et de la Jeunesse" in Rambouillet möchte den Austausch zum Jugendhaus Linde wieder aktivieren. Der Trachtenverein knüpft an die bereits bestehende Verbindung zur bretonischen Tanzgruppe in Rambouillet wieder an.

Die Feuerwehrleute reisen 2006 mit etwa 20 Personen zu einem Gegenbesuch nach Rambouillet. Von großem Interesse ist natürlich wieder das Eintreffen des nächsten Bürgerbusses. Vom 5. bis 8. Mai werden rund 40 bis 50 Bürger aus Rambouillet in Kirchheim erwartet. Den Gästen, die in der Regel keinen Vereinen und Organisationen angehören, soll die Möglichkeit geboten werden, auch an einem Austausch teilzunehmen. Sie profitieren durch die Aufnahme bei Kirchheimer Familien von der Gastfreundschaft der Teckbewohner und werden mit einem umfangreichen Rahmenprogramm verwöhnt.

Das Jahr 2006 steht in Rambouillet im Zeichen des 100. Maiglöckchenfestes, das am 20. und 21. Mai gefeiert wird und zu dem natürlich auch zahlreiche Gäste aus Kirchheim erwartet werden. Ein Zeichen der Verbundenheit wäre natürlich die Mithilfe beim Pflücken und Garnieren der Festwagen, wie der dortige Vorsitzende des Komitees lächelnd bemerkte: Zum Schmücken der Festwagen müssen in den Wäldern Rambouillets Tausende von Maiglöckchen gepflückt werden.

Die Sitzung endete mit einem kurzen Ausblick auf die Jahre 2007/2008, in denen bereits das 40-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft gefeiert wird und dessen Vorbereitungen bereits im Kleinen begonnen haben. Ein wichtiger Punkt in allen Diskussionen bleibt die Sprache des Partners. Robert Vartanian, Gymnasiallehrer für Deutsch, brach in seinem Artikel in dem vierteljährlich erscheinenden Bulletin in Rambouillet eine Lanze für die deutsche Sprache. Die Pflege der französischen Sprache in Kirchheim zeigt sich in den Aktivitäten der vielen in Kirchheim bestehenden Stammtische, an denen die Liebe zur Sprache des Nachbarn und zu Frankreich spürbar wird. Die Aktivitäten der Grundschullehrer aus Rambouillet sowie aus Hochdorf und Kirchheim, selbst die Kleinsten am Austausch teilnehmen zu lassen und damit für die Sprache des jeweiligen Partners zu sensibilisieren, kann in diesem Zusammenhang nicht hoch genug bewertet werden.

Die Sitzung der beiden Partnerschaftsausschüsse erfolgte wie immer in herzlicher Atmosphäre. Mitglied Grall bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in den Ausschüssen und für die Gastfreundschaft der aufnehmenden Familien. Er bedankte sich auch bei Oberbürgermeistern Matt-Heidecker, die durch ihre Anwesenheit die Verbundenheit zur Partnerstadt und das Interesse an der Arbeit der Ausschüsse zum Ausdruck brachte. Karl-Heinz Rieforth äußerte sich in Bezug auf die politische Situation im Nachbarland: "Wir werden niemals mit der Vergangenheit brechen können, werden aber immer den Aufbruch aus der Gegenwart in die Zukunft fördern".

utw