Lokales

SGEH-"Dreierkonferenz"

KIRCHHEIM Überschäumende Freude, Melancholie, Tränen an einem letzten Spieltag spielt sich in der

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REIMUND ELBE

Regel die gesamte Palette der Gefühlsskala auf den Sportplätzen ab. Am Wochenende war das nicht anders.

Beim Verbandsliga-Absteiger FC Frickenhausen war die melancholische Variante angesagt. Den letzten Treffer für den FCF beim einjährigen Gastspiel in Württembergs höchster Liga markierte der ehemalige VfL-Jugendspieler Michael Dast zum zwischenzeitlichen 1:4. Am Schluss gab es eine "zu hohe 1:6-Heimniederlage gegen den FV Illertissen", wie Frickenhausens Pressewart Werner Schmid bemerkte. "Für Klaus Fischer wird es eine schwierige Aufgabe in der kommenden Landesliga-Saison", mutmaßt Schmid. Der FCF-Fanclub Blau-Weiß 55 klang da schon optimistischer. "Nur ein Jahr, dann sind wir wieder da", taten die eisernen Anhänger singend kund.

Die Teckregion wird in der kommenden Saison wieder in der Landesliga vertreten sein nach dem Abstieg des TSV Notzingen vor einigen Jahren zwar nicht mit einem Club, jedoch mit einem Trainer. Dem Weilheimer Alexander Hübbe glückte nach einer phasenweise überragenden Saison mit dem GSV Dürnau der Sprung auf die überregionale Bühne.

Nicht minder gefeiert wurde bei einigen anderen Bezirksligisten bei jenen, die sich gestern den Klassenerhalt sicherten. Die SGEH blieb durch das respektable 2:2 gegen den FC Nürtingen 73 in der Liga. Per "Dreierkonferenz" hielt sich die Spielgemeinschaft über die Stände auf den anderen Plätzen auf dem Laufenden, wo mit von der Relegation gefährdete Teams agierten. So beobachtete SGEH-Abteilungsleiter Frank Zintgraf das Duell zwischen dem TSV Notzingen und Grötzingen (0:3), informierte per Handy vom Eichert aus SGEH-Trainer Michael Pflüger (konnte wegen einer Verletzung nicht spielen) über den jeweiligen Zwischenstand. Zudem weilte SGEH-"Spion" Frank Möll bei der Partie des TSV Jesingen gegen die Wernauer SF. "Es war ein nervenaufreibender Spieltag nach vielen nervenaufreibenden Wochen", sagte Zintgraf, "aber wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben." Auch in Jesingen herrschte gestern Abend Partystimmung. Beim 2:2 gegen Wernau machte es der TSVJ ungewollt spannend, das war beim anschließenden Saisonabschlusshock aber angesichts der definitiven Rettung schnell kein Thema mehr.

Und noch mehr gute Laune: Neben dem TSV Grafenberg steigen der TKSV Geislingen (Meister in der A3) und der SV 1845 Esslingen (Titelträger A1) in die Bezirksliga Neckar/Fils auf. Im letztgenannten Klub ging 1998 die traditionsreiche TSF Esslingen nach ihrer Fusion mit dem VfL Post auf die Turnerschaft gehörte einst der ersten Amateurliga Nordwürttemberg an und wurde 1968 sogar deren Meister. Nicht nur in der Kreisstadt Esslingen, sondern auch in der früheren Kreisstadt Nürtingen könnte eine neues Fußballhoch im Anflug sein. Bezirksliga-Vizemeister FC 73 mit dem früheren VfL-Oberligaspieler Ali Yücel als einen der Hauptprotagonisten klopft in der Relegation an die Tür der Landesliga, der FV 09 an die der Bezirksliga.

Beim TASV Kirchheim steht nach dem seit gestern feststehenden Abstieg aus der Kreisliga A ein völliger Neuaufbau an. Spielertrainer Turgay Aydin legte gestern Abend sein Amt als Übungsleiter nieder und wird beim TASV auch nicht mehr als Spieler auflaufen. Neu in der Kreisliga A sind neben dem TSV Linsenhofen in der kommenden Runde der TSV Altdorf (Meister B4) und der TSV Oberboihingen (Meister B5)

In der Kreisliga B strotzte der letzte Spieltag nicht gerade vor Dramatik, zu sehr war mit einem Sieg des TSV Linsenhofen bei der SGEH II und dem damit verbundenen Titelgewinn gerechnet worden. Mehr Spannung war beim beeindruckenden Torjäger-Fernduell von Naberns Offensivkraft Markus Prettner mit Linsenhofens Goalgetter Carlo Greco angesagt. Am letzten Spieltag ließen es die beiden nochmals krachen: Viermal traf Greco, halb so oft Prettner. Dem SVN-Stürmer reichte es mit 43 Toren trotzdem zu Platz eins, vor dem TSVL-Angreifer (40).