Lokales

SGL-Aufwärtstrend jäh gestoppt

Die Ostalb ist keine gute Adresse für das Täles-Team. Der TV Steinheim, bisheriger Tabellenletzter der Handball-Verbandsliga, fertigte die SG Lenningen 34:22 (17:6) ab. Die Gäste kamen mit der kompromisslosen, harten TVS-Abwehr nicht zurecht.

STEINHEIM/ALBUCH Schon im Ansatz wurden die Wurfversuche der SG gestört und mit schnellem Gegenstoßverhalten überrannten die Gastgeber ihren Gegner, der sich viel zu spät nach hinten orientierte. Sven Lamparter, stark erkältungsgeschwächt und allein gelassen, musste er viel zu oft den Ball aus dem Netz holen.

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Lenningen war für die Gastgeber einfach auszurechnen, weil das Spiel ohne Ball im Prinzip nicht stattfand. Überhaupt nicht schmeckte der SG die 5-1-Abwehr der Steinheimer. Dabei hatte SG-Trainer Holger Kiedaisch seine Mannschaft auf dieses Spiel gut vorbereitet und über 50 mitgereiste Fans trieben ihre Mannschaft an vergeblich. Die Ernüchterung nach dem Spiel war groß.

Kiedaischs Kritik"Heute konnte keiner auch nur annähernd sein Potenzial abrufen. Schon die Körpersprache verriet, dass wir nicht ins Spiel kommen würden," fasste Kiedaisch das Geschehen zusammen. Die Ausnahme bildete Jochen Leitner, der bedingt durch seinen Trainingsrückstand erst in der zweiten Hälfte eingesetzt wurde und da für die wenigen SG-Farbtupfer sorgte.

Die Gastgeber von ihrem Spiel- und Tempomacher Gerd Mühlberger angetrieben, rissen nach Christoph Wiesingers 2:2-Ausgleich (4.) das Spiel an sich. Lenningen, zu statisch beim Spielaufbau, kam nur selten in die Nahwurfzone. Nach dem 11:6 (24.) brach es über die SG herein. Sechs Gastgeber-Tore in Folge schickten die Gäste schon zur Halbzeit auf die Verliererstraße und zeigten, wo Kiedaisch den Hebel ansetzen muss. Steinheim kam zu einfachen Toren, da die SG zu große Abschlussschwächen aufwies.

Auch nicht förderlich fürs Selbstvertrauen waren die wenigen Chancen, welche Lenningen nicht verwerten konnte. Wie anfällig die SGL für des Gegners Taktik war, zeigte die 37. Minute: Steffen Kazmaier traf per Siebenmeter zum 20:9 und gleich vom Anspiel weg legte "Turbo" Mühlberger den Ball auf Rechtsaußen, wo Jan Müller durchstartete und unbedrängt zum 21:9 einwerfen konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Daniel Brugger, noch unverwarnt, nach einer sehr harten Schiedsrichterentscheidung schon Rot gesehen und war aus dem Spiel. Das "Wir-leben-noch-Signal" setzte Hagen Braunwarth mit dem ersten SG-Konter zum 21:11 (39.). Mit einem Ellenbogencheck wurde Steffen Kazmaier in der 42. Minute niedergestreckt und musste ausscheiden. Dafür sah Christian Schuler die Rote Karte.

Diese Härte hatte der TVS gar nicht nötig, denn spielerisch waren Mühlberger und Co. total überlegen. Von den Halbpositionen im Rückraum trafen Sebastian Kauder und Stefan Müller nach belieben. Auch die Akteure auf den Außenpositionen der SG störten nicht konsequent ihre Angreifer. Die Steinheimer Werfer mussten sich vorkommen wie im Schlaraffenland. Zu etwas besseren Angriffshandlungen kam es, als Jochen Leitner ab der 42. Minute im Spiel war. In seinem "Schlepp" gelangen Christoph Wiesinger und Hagen Braunwarth Gegentreffer, die noch zur Resultatsverbesserung beitrugen. Tatsache ist, dass bei der SG noch viel Basisarbeit verrichtet werten muss sowohl im mentalen wie auch im spielerischen Bereich.

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Spiel-Stenogramm

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Kazmaier (4/4), Leitner (4), C. Wiesinger (4), Braunwarth (3), Brugger (2), Kirschmann (2/1), Austen (1), Renz (1), Segeritz (1), J. Lamparter, Schwohl, J. Wiesinger.Zuschauer: 440.Schiedsrichter: Banzhaf/Ernst (Eningen u. A.)