Lokales

Sicherer in die Kernstadt

Neuer Rad- und Fußweg bringt Benutzer weg von Hauptverkehrsader

Ein Ötlinger Traum hat die Maße 110 – 270 – 60. Das sind die Proportionen des neuen Rad- und Fußwegs, der seine Benutzer ab sofort sicherer nach Kirchheim führt.

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tobias flegel

Kirchheim. Etliche Jahre hat das Vorhaben in den Köpfen gesteckt, jetzt verbindet die Strecke Wieland- und Hegelstraße. Kirchheims Bürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik haben sie nun gemeinsam eröffnet.

„Der Weg hat ernsthafte Hintergründe und ist nicht nur ‚nice to ­have‘“ sagte Hermann Kik. Auf der alten Strecke, die neben der Stuttgarter Straße Ötlingen und Kirchheim verbindet, seien immer wieder Radler mit Passanten, Autos oder anderen Fahrradfahrern zusammengestoßen. Der neue Weg sei sicherer, da er am Rand der Ortschaft entlangführt. Dort ist es ruhiger – und grüner. Für ihn und die Mitglieder des Ortschaftsrats, aber auch für die Initiative FahrRad sei mit dem Bau „ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte der Ortsvorsteher.

Beharrlichkeit war notwendig, um Hürden zu überwinden, die das Projekt verhinderten. Erst nachdem sich das Unternehmen Siemens für eine Umstrukturierung entschieden hatte und das Zentrallager der Firma Lidl stand, war der Weg frei. Der Ortschaftsrat ließ die ehemalige Eisenbahntrasse, auf der die Strecke verläuft, beseitigen und beantragte die notwendigen Mittel. Nachdem die Finanzierung stand, verloren die Räte keine Zeit: „Ich bin froh, dass wir die Strecke rechtzeitig ausgeschrieben haben“, sagte Hermann Kik. Rund 170 000 Euro hat der Bau der Strecke gekostet.

Für das Geld bekam Ötlingen nun ein kurzes, aber schönes Stück Rad- und Fußweg. „Er hat die Maße 110 – 270 – 60“, sagte Angelika Matt-Heidecker und dröselte die Zahlen auf: Für die Strecke waren 110 Meter Boden aus drei Gewerbegrundstücken nötig, sie ist insgesamt 270 Meter lang und von der Hegelstraße 60 Meter entfernt. „Der Weg passt ins Freiraumkonzept der Stadt Kirchheim“, sagte Hermann Kik. Eine Ansicht, die auch die Kirchheimer Stadtchefin teilt: „Wie die Renaturierung des Kegelesbachs oder die Dachbegrünung auf öffentlichen und privaten Gebäuden, schafft die Strecke einen Ausgleich.“ Zugleich sei sie ein weiteres Standbein der Radverbindung von Kirchheim nach Ötlingen und zurück. Eine andere Route führt entlang der Lauter von Kirchheim in den Teilort.

Auch wenn der Wunsch in Erfüllung gegangen ist, hat Hermann Kik weitere Korrekturen am Ötlinger Wegenetz im Sinn. „Der Traum ist noch nicht ausgeträumt“, sagte er. Demnach soll ein neuer Belag auf der Alb- und Stifterstraße das Antlitz des Orts verschönern. Damit nicht genug: Auch die Lessingstraße, die gleich um die Ecke des neuen Radwegs beginnt, verdiene eine bessere Oberfläche, sagte Kik zu Angelika Matt-Heidecker. Ob und wann diese Ziele umgesetzt werden, steht allerdings noch in den Sternen.

Den neuen Rad- und Fußweg sieht Kik als Symbol für die engen Bande zwischen Ötlingen und Kirchheim. „Er ist ein weiteres Zeichen dafür, dass wir gerne in die Kernstadt wollen“, sagte er. Radlern und Fußgängern kann das Anliegen recht sein.