Lokales

"Sie haben uns ein Goldmädel geschickt. Die kann schaffen."

KIRCHHEIM In einer der Abschlussklassen des Entlassjahres 1961 der Kirchheimer Freihof-Realschule damals Mittelschule genannt fiel eine Schülerin namens Barbara Schindel ganz besonders

Anzeige

HARRY SCHLEGER

durch ihre hervorragenden Aufsätze auf. Ihr begreiflicher Berufswunsch lautete: "Ich möchte unbedingt zur Zeitung."

Als ich als ihr Klassenlehrer Herrn Dr. Gottlieb senior davon berichtete, war dieser zunächst sehr skeptisch, da die Schülerin ja erst 16 Jahre alt war, doch er war bereit, ein paar ihrer Aufsätze zu lesen. Einge Tage später lautete sein Kommentar: "Jetzt sagen Sie bloß noch, dass das Mädel diese Aufsätze in der Schule ohne fremde Hilfe geschrieben hat." Dafür konnte ich mich allerdings verbürgen. Dann kam mit tiefer Stimme in gemütlichem Schwäbisch: "Dann schicket Sie mir halt mal des Mädel."

Als ich mich ein paar Wochen später beim Chef des Teckboten nach Fräulein Barbara Schindel heute Frau Barbara Ibsch erkundigte, bekam ich zu meiner großen Freude ein uneingeschränktes Lob zu hören: "Sie haben uns ein Goldmädel geschickt. Die kann was schaffen. Wenn ich der Arbeit für zwei Tage gebe, dann kommt sie schon nach einem halben Tag und fragt: "Und was soll ich jetzt schaffen."