Lokales

Siebenschläfer lärmen im alten Munitionsdepot

BEUREN Etwas argwöhnisch betrachtet die Liegenschaftsverwaltung im Esslinger Landratsamt den Einzug der neuen Untermieter auf dem Gelände in Beuren: Siebenschläfer, die zur Familie der Schlafmäuse zählen, haben das umzäunte Gelände als ideales Refugium entdeckt. "Die Tiere richten aber keinen Schaden im Lager des Freilichtmuseums an", stellt Hans-Joachim Bosse, Pressesprecher des Landratsamts in Esslingen, klar. Allerdings machen die nachtaktiven Tiere durch heftigen Lärm auf sich aufmerksam.

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Um der lauten Schlafmäuse Herr zu werden, dürfen die neuen Besitzer des Geländes aber keine Fallen aufstellen. Bosse: "Siebenschläfer sind geschützte Tiere." Sie dürfen weder gefangen noch gejagt werden. Von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wurden die Siebenschläfer zum Wildtier des Jahres 2004 erklärt. Obwohl sie, wenn sie sich an einer Stelle eingenistet haben, immer in Massen auftreten, sind sie vom Aussterben bedroht. "In Norddeutschland gibt es nur noch sehr wenige Siebenschläfer", berichtet Bosse. In der hiesigen Region nisteten sie sich öfter in alten Häusern ein.


Wer die Kleinsäuger zu Gast hat, braucht sich über mangelnde Aktivität in den Nachtstunden nicht zu beklagen. Sie machen so viel Lärm, dass man eher meinen könnte, ein Einbrecher sei unterwegs, als die rund 200 Gramm schweren Tierchen.


Ihren Namen verdanken die in größeren Familien lebenden Tiere ihrem Winterschlaf, der von Ende Oktober bis Mai oder Juni dauert. Der Siebenschläfer-Tag erinnert an die Legende von sieben christlichen Brüdern, die bei der Christenverfolgung in eine Höhle bei Ephesos flüchteten und dort eingemauert über 200 Jahre schliefen. Anknüpfend hieran ist der Siebenschläfer-Tag ein Lostag für das Wetter.

Klein, aber ganz schön laut: Wer Siebenschläfer im Haus hat, darf sich über heftiges Gerumpel in den Nachtstunden nicht wundern.