Lokales

Siemens-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Aus Protest gegen die starre Haltung der Siemens-Geschäftsleitung haben die Beschäftigten des Kirchheimer Trafowerks gestern spontan die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag werden die Verhandlungen um die Zukunft des Standorts fortgesetzt.

KIRCHHEIM 4,5 Millionen Euro soll das Kirchheimer Siemens-Transformatorenwerk pro Jahr einsparen, ansonsten will der Technologiekonzern die Produktion nach Ungarn verlagern. Seit Wochen sehen sich die 228 Bes

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chäftigten mit dieser Forderung konfrontiert und fürchten um ihre Arbeitsplätze. Belegschaft und Betriebsrat sind durchaus zu Zugeständnissen bereit, drängen im Gegenzug aber auf eine mittelfristige Sicherung des Standorts. "Wenigstens für die nächsten fünf Jahre wollten wir eine Perspektive", berichtet der Betriebsratsvorsitzende Dieter Betz von den gestrigen Verhandlungen mit Dr. Udo Niehage, Vorstandsvorsitzender des Bereichs Power Transmission and Distribution (PTD) bei Siemens.

"Leider wollte Dr. Niehage in Bezug auf die Perspektiven für den Standort keinerlei Zusagen machen", bedauert Helmut Hartmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen, die starre Haltung des Siemens-Managements. Niehage hat seine Position im Anschluss an die Gespräche selbst der Belegschaft erläutert und damit heftige Proteste hervorgerufen. Hartmann: "Die empörten Mitarbeiter haben draufhin spontan die Arbeit niedergelegt."

Heute soll bei Siemens in Kirchheim wieder gearbeitet werden, und morgen steht der nächste, eventuell entscheidende Verhandlungstermin zwischen Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung auf dem Programm.

ho