Lokales

Silbernuss und Winterapfel sind zurück

Die Unternehmer Claus und Oliver Cersovsky haben die Premium-Marke Gubor nach Dettingen geholt

Wer in den vergangenen Monaten Schokoladen-Spezialitäten von Gubor kaufen wollte, hatte meistens Pech. Jetzt aber sind Silbernuss-Tafeln, Kirschzapfen-Pralinés und Winteräpfel wieder zurück in den Regalen. Die Dettinger Brüder Claus und Oliver Cersovsky – zugleich auch Inhaber der Schokoladenfabrik Rübezahl – haben die renommierte Traditionsmarke gekauft und wollen ihr nun wieder zu ihrem alten Glanz verhelfen.

Dettingen. Schon jetzt sind die Süßwarenregale in Supermärkten, Kaufhäusern und Spezialgeschäften wieder prall mit Weihnachtsmännern, Adventskalendern und Co. gefüllt. Vermehrt finden sich auch die charakteristischen blauen Verpackungen der Gubor-Schokoladen wieder. „Die Anlieferung läuft seit ein paar Tagen“, informiert Gubor-Pressesprecher Dieter Schäfer.

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Im April dieses Jahres hatten die Dettinger Brüder Claus und Oliver Cersovsky verkündet, dass sie die Markenrechte der renommierten und traditionsreichen Schokoladenmarke Gubor von Stollwerck gekauft haben. War Gubor in den vergangenen Jahren schon durch einige – meist glücklose – Hände gegangen, hoffen die Unternehmer nun, der Marke wieder zu dem glanzvollen Premium-Ruf zu verhelfen, den sie einst hatte.

Die „schwäbischen Schokobrüder“ Oliver und Claus Cersovsky sind zuversichtlich, dass ihnen das gelingen wird. Sie sind zugleich auch Inhaber der Rübezahl Schokoladen GmbH mit Sitz in Dettingen und haben das Familienunternehmen, das einst vom Großvater in Plochingen gegründet wurde, auf mehr als 100 Millionen Umsatz gebracht. Rübezahl produziert jährlich mehr als 50 Millionen Schoko-Weihnachtsmänner und -Osterhasen sowie 30 Millionen Adventskalender. Damit ist das Unternehmen der größte Schoko-Hohlfiguren-Hersteller Baden-Württembergs.

Auch der Gubor-Start ist aus Sicht des Unternehmens vielversprechend verlaufen. „Wir haben in kürzester Zeit ein Sortiment von 25 Produkten auf die Beine gestellt“, freut sich Dieter Schäfer. „Das war nur möglich, weil wir mit einem hoch motivierten Team aus internen und externen Mitarbeitern gearbeitet haben und weil wir neben den Original-Rezepturen auch Teile des Maschinenparks vom vorherigen Markeninhaber Stollwerck übernommen haben“, so Claus Cersovsky, der für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig ist.

Bei seinem Sortimemt setzt das Unternehmen zunächst auf die beliebtesten und bekanntesten Produkte der Vergangenheit, wie etwa die Silbernuss-Schokolade und die mit Schwarzwälder Kirschwasser gefüllten Kirschzapfen Pralinés. „Bei vielen Produkten besitzen wir eine Alleinstellung. So ist beispielsweise das Herstellungsverfahren des Gubor-Winterapfels sehr aufwendig. Ein vergleichbares Produkt gibt es derzeit nicht am Markt“, erläutert Oliver Cersovsky, der zuständig für Produktion und Einkauf ist. Ihn verbindet übrigens einiges mit der neuen Marke, die er zusammen mit seinem Bruder übernommen hat. Von 1982 bis 1985 absolvierte Oliver Cersovsky nämlich bei Gubor seine Ausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik.

In Zukunft sollen dann nach und nach auch neue Geschmacksrichtungen und ganz neue Gubor-Produkte auf den Markt kommen. „Es wird zum Beispiel einen Frühlingsapfel mit Limettengeschmack geben“, informiert Dieter Schäfer. Bei den Inhabern liegen zudem schon einige Rezepturen für Neuigkeiten in den Schubladen.

Noch gibt es dem Pressesprecher zufolge die Gubor-Schokoladen nicht überall zu kaufen, sondern nur bei ausgesuchten Handelspartnern. Der Markt solle nicht gleich mit Produkten überschwemmt werden. Statt dessen sei es Ziel, behutsam zu wachsen. Wo die Schokoladen aber auf jeden Fall jetzt schon zu finden sind, ist beim Fabrikverkauf am Rübezahl-Standort in Dettingen in der Dieselstraße 9. Dort ist Dieter Schäfer zufolge eine extra Wand mit Gubor-Produkten eingerichtet worden. Auf Dauer streben die neuen Gubor-Eigentümer an, mit der Marke ein Viertel des Rübezahl-Umsatzvolumens zu erwirtschaften. Für die Marke wurde ein eigenes Team von erfahrenen Mitarbeitern zusammengestellt, es sind zudem neue Arbeitsplätze entstanden. Und man will weiter wachsen: „Beim Handel kommen die Produkte gut an. Nun gilt es noch die Verbraucher von der altbewährten Qualität zu überzeugen, die wir im Geiste des Gubor-Firmengründers Gottfried Uebersax mit viel handwerklichem Können und außerordentlichem Qualitätsanspruch herstellen“, so Claus Cersovsky.