Lokales

Silbervögel und filigrane Stoffsegler

Das Kirchheimer Segelfluggelände Hahnweide bei Kirchheim wird einmal mehr die Creme de la Creme der historischen Luftfahrt versammeln. Rund 400 liebevoll gepflegte Oldtimer-Flugzeuge aus allen Ecken Europas erwartet der Veranstalter des 13. Oldtimer-Fliegertreffens, die Fliegergruppe Wolf Hirth, Anfang September. Das alle zwei Jahre stattfindende Treffen gehört zu den größten dieser Art in Europa.

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM Was vor 26 Jahren als kleines Meeting von begeisterten Oldtimer-Piloten mit ihren fliegenden Kisten begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der größten Oldtimer-Fliegertreffen in Europa und muss in einem Atemzug mit den Veranstaltungen in Duxford, England, und La Ferte-Alais in Frankreich genannt werden.

Das Oldtimer-Fliegertreffen auf dem Segelfluggelände der Fliegerstadt Kirchheim ist dementsprechend bekannt und erfreut sich nicht nur beim Publikum großer Beliebtheit, wie die Zuschauerzahlen zeigen.

Für das 13. Treffen vom 2. bis 4. September meldeten sich rund 400 Motor- und Segelflugzeuge an. Darunter finden sich viele altbekannte Namen von Piloten und Flugzeugen wie Mikael Carlson aus Schweden mit seiner Bleriot XI "La Manche", Baujahr 1910, mit ihrem Fünf-Zylinder-Umlaufmotor oder die Schweizer Junkers-Formation, die aus Zürich-Dübendorf anfliegt. Waren es in den vergangenen Jahren jeweils drei "Tante Jus", die die Hahnweide besuchten, so schickt die JU-Air diesmal vier der alten "Wellblechbomber".

Diese Formation bildet am Freitag, 2. September, gegen 14.15 Uhr über Stuttgart mit der Ju 52 der Lufthansa eine Fünfer-Staffel, fliegt dann über die Landesmetropole hinweg und das Neckar- und Filstal entlang und wird sich gegen 14.30 Uhr nach einigen Überflügen einreihen in die Kette der anderen die Hahnweide anfliegenden Maschinen. "Für uns ist das eine kleine Sensation, denn eine solche Formation sieht man weltweit sehr selten," freut sich Organisator Hans Puskeiler.

Eine der Junkers Ju 52 wird dann am Samstag und Sonntag von der Hahnweide aus zu Rundflügen starten, die anderen heben noch am Freitag gegen 15.45 Uhr zum Rückflug nach Dübendorf von der Hahnweide ab.

Ein Silbervogel, der die Wellblechjunkers an Eleganz bei Weitem übertrifft, ist die viermotorige Lockheed Super Constellation, die unter anderem auch die Lufthansa in den 60er-Jahren im Überseeeinsatz flog. Eine weiß-blaue "Super-Conni" wird erstmals in der Geschichte des Oldtimer-Fliegertreffens am Samstagvormittag, 3. September, von Basel aus Kurs auf Kirchheim nehmen und im Tiefflug über die Hahnweide donnern, um dann nach einigen Überflügen in Stuttgart zu landen. Von dort aus wird sie sowohl am Samstag als auch am Sonntag jeweils zu einer Vorführung ohne Passagiere auf die Hahnweide kommen. Eventuell finden auch Rundflüge ab Stuttgart statt.

Ein weiteres Highlight im Bereich der "Warbirds" stellt die Zweier-Formation der Messerschmitt Me 109 dar, die mit dieser Formation auf der Hahnweide noch nicht zu erleben war. Ein Newcomer beim 13. Oldtimer-Fliegertreffen wird die zweimotorige amerikanische North American B25J Mitchell sein, ein Bomber mit fünf Mann Besatzung aus dem Zweiten Weltkrieg. Daneben wirken bei den "Luftschaukämpfen" einmal mehr Flugzeuge vom Typ Spitfire, Corsair und Jakovlev Jak 3, Jak 9 sowie Jak 11 mit. Rasante Manöver werden auch die Piloten der T 28 "Fennec", T 8 und T 6 vorführen.

Ziviler und weniger brummig kommen die rund 350 Sport- und Reiseflugzeuge, darunter über 90 Doppeldecker, aus den dreißiger Jahren und der Nachkriegszeit daher. Stellvertretend seien hierfür so bekannte Namen wie Messerschmitt, Focke-Wulf, Klemm, Bücker, Cessna, Beechcraft, Piper, De Havilland und Stampe genannt.

Etwa 35 Oldtimer-Segelflugzeuge aus der Vorkriegszeit und der Zeit nach der Wiederzulassung des Segelflugsports in Deutschland wollen beim diesjährigen Fliegertreffen auf der Hahnweide ihr Stell-Dich-ein geben. Habicht, Goevier, Minimoa, Grunau Baby und SG 38 sind nur einige der filigranen Schönheiten aus Holz und Segeltuch, von denen ein großer Teil hier in der Region gebaut wurde. Stellvertretend sei hier der Name des weltbekannten Segelflugzeugbauers Schempp-Hirth genannt.

Und der Programmhöhepunkte noch nicht genug, werden auch die Kunstflugpiloten ihr Bestes geben. So werden die "Flying Bulls" auf ihren vier Zlin 50 wie 2003 in einer kaum vorstellbaren Präzision ihr Weltmeisterprogramm vorfliegen. Darüber hinaus werden auch der Kirchheimer Klaus Lenhart, in Formation mit dem Extra-Modell von Albert Winter, der Kunstflieger Paul Ehrhardt und einige andere Piloten aus ganz Europa die Zuschauer mit ihren Vorführungen begeistern.

Wie der Veranstalter, die Fliegergruppe Wolf Hirth, mitteilt, sind genügend kostenlose Parkplätze für die Besucher vorhanden. Außerdem gibt es auch in diesem Jahr wieder einen kostenlosen Bus-Shuttle-Dienst von Kirchheim zur Hahnweide. Samstags und sonntags fahren die Pendelbusse von den ausgewiesenen Parkplätzen in der Stadt zum Segelfluggelände.

Fotofreunde und Spotter haben die Gelegenheit, Samstag und Sonntag in der Zeit von 7.30 bis 9 Uhr direkt auf dem Platz die fliegenden Raritäten zu fotografieren.

Bereits ab Donnerstag werden die ersten Teilnehmer auf der Hahnweide eintreffen. Die Flugvorführungen beginnen am Freitag mit der Anreise der Teilnehmer und an den beiden anderen Tagen je nach Wetter jeweils um 11 und dauern bis gegen 18.30 Uhr.

INFODer Eintritt beträgt für den Freitag, 2. September, 10 Euro, am Samstag, 3. September, und Sonntag, 4. September, je 15 Euro. Die Kombikarte für alle drei Tage 20 Euro. Für Kinder bis 14 Jahren ist der Eintritt frei. Rundflüge mit der JU 52 können bei der Fa. Riecker, Telefon 0 70 21/92 03 60, (Frau Zeyfang) gebucht werden. Mit einer der vier gemeldeten Antonows AN 2 können ebenfalls Rundflüge gemacht werden, allerdings sind diese erst während der Veranstaltung beim Rundflugschalter am Flugplatz zu buchen.