Lokales

So lange wie möglich zu Hause

Vertretungen aus 25 Landkreisen trafen sich auf Einladung des Landkreistags im Landratsamt Esslingen, um anhand gelungener Beispiele zu diskutieren, wie älteren oder behinderten Menschen die Wege zu angemessenen Hilfeleistungen geebnet werden können, wenn sie der Pflege beziehungsweise der Betreuung bedürfen und gleichzeitig auf Sozialhilfe-Leistungen angewiesen sind.

KREIS ESSLINGEN Robert Rosskopf von der "Angehörigenberatung Hilfe zur Pflege" im Landratsamt Karlsruhe zeigte auf, wie durch eine kompetente Beratung und Begleitung in vielen Fällen zwei Zielen entsprochen werden kann: Einerseits können Hilfebedürftige alle Möglichkeiten ambulanter Hilfen nutzen und nach dem Prinzip "ambulant vor stationär" länger zu Hause wohnen, andererseits dienen die dabei gefundenen Lösungen oft auch dem Sozialhilfeträger, der durch die Einrichtung der Stelle jährlich erhebliche Mittel einsparen kann. Durch die Überkapazität von Pflegebetten in vielen Landkreisen in Baden-Württemberg, so die Erfahrung aus Karlsruhe, kommen ältere Menschen heute oft zu schnell in Pflegeeinrichtungen, ohne dass vorher alle Möglichkeiten ausgelotet wurden, mit ambulanten Hilfen und Rehabilitationsmaßnahmen darauf hinzuwirken, dass sie zu Hause wohnen bleiben können.

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Abteilungsleiter Horst Lipinski vom Sozialamt im Landratsamt Calw zeigte auf, dass kluge Steuerung sowohl in der Alten- als auch in der Behindertenhilfe dazu beitragen kann, bestmögliche Lösungen zu finden. Einerseits machte er deutlich, dass rüstige Ältere mit hoher Kompetenz noch Wegweiser-Funktion für Hilfebedürftige übernehmen können, andererseits bedeutet Steuerung auch, für bestimmte Problemlagen spezielle Angebote zu machen, so beispielsweise für jüngere Pflegebedürftige Lösungen abseits klassischer Pflegeheime zu suchen, deren Bewohner heute ein Durchschnittsalter von rund 84 Jahren haben.

Dietmar Herdes, Sozialdezernent des Landkreistages, machte deutlich, dass die Herausforderungen, die in einer ständig zunehmenden Zahl hochbetagter Menschen liegen, nur geschultert werden können, wenn Ämter und Leistungsanbieter kooperativ und in geteilter Verantwortung zusammenwirken und sich dabei Raum und Zeit für kreative Lösungen nehmen.

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