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Solidaritätsabgabefür Kinderlose? Zum ...

Solidaritätsabgabefür Kinderlose?

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Zum Artikel "Steinbrück rudert bei Kindergeld-Vorschlag zurück", im Teckboten vom, 23. März:

Die Kritik am sicherlich gut gemeinten, aber schlecht durchdachten Vorschlag ist absolut gerechtfertigt. Natürlich kann es nicht Steinbrück's Absicht gewesen sein, Geringverdiener durch eine Kürzung beim Kindergeld auch noch zu benachteiligen. Das war sein offensichtlicher Fehler; aber so was passiert jedermann mal auch Politikern.

Die örtliche SPD-Fraktion hatte übrigens bei den letzten Haushaltsberatungen beantragt, die geplante Erhöhung der Kindergartengebühren abzulehnen, fand dafür aber leider keine Mehrheit im Kirchheimer Ratsrund. Sinnvoll könnte es aber sein, jetzt einmal über eine "Solidaritätsabgabe" von Kinderlosen nachzudenken, um den Gedanken über kostenlose Kindergartenplätze fortführen zu können. Auch wenn es den Betroffenen nicht gefallen wird, irgendwoher sollte das Geld kommen, um dieser längst überfälligen Aufgabe nachkommen zu können. Und die Frau, die erst später Kinder bekommen möchte, müsste eben bis zum Geburtsjahr ihres ersten Kindes solidarisch mitzahlen später wird es dafür auch für sie günstiger.

Bislang hat ungerechterweise eher der Kinderlose unterm Strich die finanziellen Vorteile auf seiner Seite gehabt als eine Frau oder Familie mit Kindern; also ist hier die Stellschraube. Im Alter wollen alle von jüngeren Menschen betreut und gepflegt werden, die irgendeine Frau erst mal gebären muss. Es muss nicht unbedingt die eigene Mutter sein, aber ein weibliches Wesen, welches bereit ist, ein Kind auszutragen, ist nach wie vor biologisch notwendig. Bei viel zu wenig Geburten sollte das Kinderkriegen und Aufziehen vom Staat besser "subventioniert" werden; denn für solche notwendigen Korrekturen von Fehlentwicklungen ist der Staat zuständig. Wir bräuchten eine derartige Subvention dringend: um die Veränderungen in unserem Gesellschaftssystem auszugleichen, in denen Kinder nicht mehr ganz selbstverständlich (auch) zur Sicherung des individuellen Lebensabends gezeugt, geboren und aufgezogen werden.

Dr. med. C. Herzberg

Kirchheim, Grünewaldweg

Doppelt abgezockt

Zum Artikel "Kompost und Solarstrom", im Teckboten vom 16. März:

Da scheint der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises im Topf der Deponienachsorge noch Geld zur Verfügung zu haben, das er in eine Solaranlage auf dem Dach des Kompostwerkes investieren will. Dieser Überschuss wird nicht etwa zur Senkung der Gebühren benützt, was uns Gebührenzahler freuen würde. Nein, dieser Überschuss wird dazu benutzt, um die Strompreise nach dem Energieeinspeisegesetz (EEG) weiter nach oben zu treiben. So werden wir Gebührenzahler nicht für unsere Bemühungen zur Mülltrennung und -vermeidung belohnt, sondern dafür noch mit einem höheren Strompreis bestraft. Das nenne ich doppelt abgezockt.

Kurt Hiller

Lenningen, Hardtweg

Stets Gespräch gesucht

Zum Leserbrief "Nebenwirkungenb waren exakt bedacht", im Teckboten vom 31. März:

In seinem Leserbrief vom 31. März behauptet Herr Dr. Köberle, die Politiker würden sich Gesprächen verweigern. Ich habe seit meiner Wahl in den Deutschen Bundestag im Jahr 2002 zahlreiche Gespräche mit der hiesigen Ärzteschaft geführt. Zuletzt war ich beim Protesttag der Ärzteschaft in der Kirchheimer Stadthalle, wo ich eigens aus Berlin angereist bin, um mich mit ihren Positionen auseinanderzusetzen.

In Folge dieser Aktion habe ich auf Wunsch von Frau Dr. Oberhauser und Herrn Dr. Löffler wenige Tage später eine weitere Diskussionsrunde geführt. Das nächste Gespräch mit Ärzten führe ich am 28. April. Ich habe niemals einen Gesprächswunsch, der an mich herangetragen wurde, unbeantwortet gelassen oder zurückgewiesen. Vielmehr habe ich häufiger von mir aus den Dialog mit den Ärzten gesucht. Die Verantwortlichen in der Ärzteschaft wissen dies.

Michael Hennrich, MdB

Kirchheim, Senefelderstraße

Denkanstöße

Wir haben die Landtagswahlen hinter uns. Es hat Gewinner und Verlierer gegeben. Die Verlierer fühlen sich getroffen und bellen anders sind die Reaktionen der SPD-Gemeinderatsfraktion nicht zu verstehen.

Ich habe die Anzeige gegen die Parteien der großen Koalition mit unterzeichnet. Ich stehe dazu. Wer mich zwingt, eine Zehn-Euro-Eintrittsgebühr für meine eigene Praxis zu erheben, ist mein politischer Gegner.

Wer mir Geld aus der Tasche ziehen will, um damit die Behandlung von Versicherten zu bezahlen, ist mein politischer Gegner. Wer mir meine tägliche Arbeit durch eine Führung einer elektronischen Gesundheitskarte erschweren will, und wer vertrauliche Informationen meiner Patientinnen speichern und zugänglich machen will, ist mein politischer Gegner. Ärztliche Schweigepflicht und ärztliches Schweigerecht sind für mich hohe Rechtsgüter.

Die meisten meiner Kollegen sehen dies auch so. Es tut mir leid, dass einer meiner Kollegen seine Solidarität zur SPD höher einstuft als die Solidarität zu seinen Kollegen. Für das im Teckboten abgedruckte Interview möchte ich mich bedanken. Vielleicht bewirkt es weitere Denkanstöße bei der Bevölkerung, bei den Krankenkassen und vielleicht sogar bei den Politikern.

Dr. Schmidt, Frauenarzt

Weilheim, Obere Grabenstraße

Die Schuldenbergewerden immer höher

Zum Leserbrief "Viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel", im Teckboten vom 23. März:

Gewerkschaftsekretär Bernd Köster findet es dreist, dass die Medien den Streik im öffentlichen Dienst angeblich diskreditieren. Ich dagegen finde es mehr als dreist, dass die Gewerkschaft ver.di diesen Streik vom Zaun gebrochen hat. Der Streik ist meiner Meinung nach kropfunnötig, nützt nur den Funktionären von ver.di, schadet aber uns allen, am meisten den Angehörigen des öffentlichen Dienstes selbst. Wie kann man da noch behaupten, in der Bevölkerung bestehe viel Verständnis dafür? Umfragen sagen klar das Gegenteil.

Herr Köster rechnet uns vor, dass sich eine wöchentliche Arbeitszeitverlängerung um 1,5 Stunden im Jahr auf 78 Stunden summiert. Auf diese Zahl kommt man aber nur, wenn man von 52 Arbeitswochen im Jahr ausgeht. Hat Bernd Köster denn ganz vergessen, dass jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub, bezahlte Feiertage und Lohnfortzahlung bei Krankheit hat? Oder ist er vielleicht gar der Meinung, die Leser seien so dumm und merken nicht, dass er mit falschen Zahlen operiert? Dann muss er sich sagen lassen, dass nicht alle Leute so leicht zu manipulieren sind wie seine Gewerkschaftsmitglieder.

Wann endlich wird auch in diesen Kreisen realisiert, dass die meisten öffentlichen Arbeitgeber eigentlich längst pleite sind und die Schuldenberge von Jahr zu Jahr höher werden. Das ist die tickende Bombe, welche die Zukunft unserer Kinder und Enkel gefährdet, nicht 18 Minuten Mehrarbeit am Tag.

Walter Holder

Neidlingen, Schlossstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.