Lokales

Solide Finanzlage

Der Verwaltungsrat der BKK Voralb Heller Leuze Traub hat beschlossen, den derzeitigen Beitragssatz von 12,1 Prozent im Jahr 2006 zu halten. Die solide Finanzlage, so der BKK-Vorstand Harald Veygel, ermögliche die Zusage, dass der derzeitige Beitragssatz mindestens bis Ende dieses Jahres gilt.

NÜRTINGEN "Wenn nicht der Gesetzgeber heute noch unvorhersehbare Belastungen für die Krankenkassen beschließt, können die 12,1 Prozent wahrscheinlich sogar noch in das Jahr 2007 hinein gehalten werden", gibt sich Veygel optimistisch. Sowohl die Versichertenvertreter als auch die im Verwaltungsrat vertretenen Arbeitgeber zeigten sich über diese Information des BKK-Vorstands sehr erfreut.

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Obwohl mit einem Defizit gerechnet wurde, konnte die BKK im Geschäftsjahr 2005 einen Überschuss von rund 800 000 Euro erwirtschaften. Dies sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass sich immer mehr Beschäftigte und deren Familienangehörige für eine Mitgliedschaft bei der BKK Voralb entscheiden und dadurch die Grundlohnsumme im Jahr 2005 um 1,2 Prozent angestiegen ist. Das war über einem Drittel mehr, als bei der BKK erwartet wurde. Als Grundlohnsumme wird die Summe der Löhne, Gehälter und Renten aller Mitglieder einer Krankenkasse bezeichnet, aus welcher diese ihre prozentualen Beiträge erhält. Auf der anderen Seite sind die Ausgaben mit 3,1 Prozent um rund die Hälfte hinter dem Ansatz zurückgeblieben. Dabei sind die Ausgaben für Leistungen um 2,7 Prozent angestiegen, die Zahlungen in den so genannten Risikostrukturausgleich um 4,7 und die Verwaltungskosten um 0,8 Prozent. "Die seit Jahren gleich niedrigen Verwaltungskosten von 123 Euro je Mitglied", so der alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats Manfred Süß, "sind mit ein Grund für die gute Finanzlage unserer BKK." Dagegen verschlangen im Jahr 2004 die Verwaltungskosten der anderen Krankenkassen im Bundesgebiet durchschnittlich 160 Euro je Mitglied. Bei den Ersatzkassen waren es sogar 188 Euro.

Diese Zahlen, so BKK-Vorstand Harald Veygel, würden die Studie des Sozialexperten Rürup bestätigen, "dass große Krankenkassen nicht sparsamer sind als kleine". Der Verwaltungsrat forderte deshalb den Gesetzgeber auf, von seinen Bestrebungen zu immer weniger und dadurch immer größeren Krankenkassen zu kommen, abzulassen und stattdessen wieder mehr den sparsamen Verwaltungen kleinerer Krankenkassen zu vertrauen. Diesen Ansatz zu fördern, hat sich auch der Verein der Betriebskrankenkassen im Unternehmen (BKKiU) zur Aufgabe gemacht, dem die BKK Voralb als Gründungsmitglied angehört. In diesem Verein sind insgesamt 35 Betriebskrankenkassen mit rund 1 Million Versicherten zusammengeschlossen.

Zum Abschluss der Sitzung stand noch die Wahl des stellvertretenden Vorstands auf der Tagesorndung. Gewählt wurde der seitherigen Leiter der Finanz- und EDV-Abteilung, Bernhard Zinser aus Reichenbach. Der neue Stellvertreter zeichnet sich durch eine langjährige Erfahrung im Bereich der betrieblichen Krankenversicherung aus, die er in verschiedenen Betriebskrankenkassen erworben hat.

pm