Lokales

Sommerfahrplan unter der Lupe

Bedingt durch die Streichung der Regionalisierungsmittel durch den Bund wird es mit Beginn des Sommerfahrplans zu einer Ausdünnung der Verbindungen im regionalen Schienenverkehr kommen. Im Landesdurchschnitt bewegt sich die Reduzierung unter fünf Prozent. Mit über acht Prozent ist dabei die Strecke Stuttgart-Tübingen betroffen.

KIRCHHEIM Von etwa 2,6 Millionen gefahrenen Kilometern sollen 216 000 Kilometer gestrichen werden. "Natürlich sehe ich als Abgeordneter des Wahlkreises Kirchheim zunächst einmal auch nicht ein, warum die Strecke Tübingen Stuttgart überproportional betroffen sein soll", sagt dazu der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann. Ziel müsse sein, den ÖPNV und den SPNV (Schienenpersonennahverkehr) so sicherzustellen, dass auch ländliche Kommunen keinen spürbaren Nachteil erfahren. ÖPNV und SPNV müssen jedoch für alle Beteiligten, für den Nutzer wie auch die Kommunen, den Landkreis, das Land und letztlich für den Bund, finanzierbar bleiben.

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"Wer allein auf der Basis einiger grober Daten Politik macht, ist schlecht beraten", stellt Karl Zimmermann fest. Er hat deshalb den alten und den neuen Fahrplan verglichen. Die überwiegende Zahl gestrichener Verbindungen kommt nach seinen Analysen mit 20 Zügen aus dem schwach nachgefragten Wochenendverkehr. Drei Züge wurden werktags im Tagesbereich gestrichen. Insgesamt zehn Verbindungen betreffen den Berufsverkehr. Auch hier müsse man differenzieren, so Zimmermann. "Aus Sicht des Wahlkreises Kirchheim halten von den zehn Zügen nur sechs in Wendlingen. Drei Verbindungen sind kürzere Zubringerverbindungen zu schwächer frequentierten Zeiten, eine weitere wird durch eine zeitnahe Verbindung ersetzt. Es bleiben aus meiner Sicht zwei für Pendler wichtige Verbindungen: Reutlingen Stuttgart um 6.51 Uhr sowie die Verbindung Stuttgart Tübingen um 19.52 Uhr". Bei den bevorstehenden Fahrplankonferenzen, die am heutigen Freitag beginnen, will sich Zimmermann dafür umso beharrlicher einsetzen.

Zu kurz greift für Zimmermann das Umwelt-Argument. Auch Züge verbrauchten in beträchtlichem Umfang Energie, und das müsse in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Fahrgäste stehen. Darum könne auch gerade das Umweltargument zu Kürzungen einzelner Züge führen.

Eine Absage erteilt der CDU-Politiker den Vorschlägen der Opposition, die reduzierten Gelder aus Berlin durch Landesmittel zu ersetzen. "Damit ermuntern wir doch den Bund geradezu, weiter zu streichen, wohl wissend, dass man in Baden-Württemberg in die Bresche springt. Außerdem muss man bei einer solchen Forderung schließlich auch noch sagen, woher das Geld dann kommen soll."

pm