Lokales

Sonnenenergie boomt

Problemlösungen für Renovierer sind groß geschrieben beim Schwäbischen Fleiß. Ob neuer, leichter Bodenbelag für Terrasse und Balkon, ob Austausch von Fenstern, Dachversiegelung, nachträglich einzubauender Rollladen oder Nutzung erneuerbarer Energien: Hier ist für alles ein Ratschlag zu haben.

KARIN AIT ATMANE

Anzeige

WERNAU Schon mal was von einer Flüssigtapete gehört? Die gab es schon vor 350 Jahren in der japanischen Kaiserstadt Kyoto und auf dem Schwäbischen Fleiß in Wernau ist sie auch zu finden. Von Neuheit kann zwar keine Rede sein, denn die Firma Wema vertreibt ihr Produkt schon 20 Jahre lang, berichtet Bernhard Hummel am Messestand. Aber allzu bekannt ist der Wandbelag trotzdem nicht. Die Besucher staunen, als Hummel das breiige Baumwoll-Zellulose-Textilfaser-Gemisch mit einer Kelle auf der Wand verteilt. Das sieht nachher, je nach Produktvariante, ähnlich wie Raufaser, Textiltapete oder Feinputz aus und haftet angeblich auf Holz ebenso wie auf Putz, Gipskartonplatten oder Beton. "Und wenn ich das mal wieder runterhaben will?" fragt eine Interessierte. Einfach einweichen und wieder abnehmen, rät Hummel: "Das können Sie sogar ein zweites Mal verwenden."

Es gibt noch mehr zu entdecken, zum Beispiel einen Ofen, "ohne Strom, ohne Öl, ohne Gas": mit Petroleum wird der Heizstrahler betrieben, den sein Erfinder für Wochenendhaus, Keller oder einfach für die Übergangszeit empfiehlt. Oder ein "revolutionäres Abdichtungsmittel": Anstatt von außen abzudichten, werde "das Material von innen umgewandelt", erklärt Werner Doster die Funktionsweise von "bestho", eine Emulsion, die Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung an allen möglichen Baustoffen von Beton über Holz bis zu Ziegeln verhindern soll.

Nach echten Neuheiten muss man schon suchen im Gewimmel der Stände. Aber oft steckt die eigentliche Entdeckung im Detail. So präsentiert Panagiotis Kanelis von der Firma "Heim und Haus" einen Rollladen, der nicht nach außen, sondern nach innen aufgewickelt wird: Der lasse sich nicht nur besser putzen, sondern schaffe ein Luftpolster zum Fenster hin, was die Wärmedämmung verbessere.

Kanelis empfiehlt Solarantrieb: "Das ist die sinnvollste Lösung, da ist man komplett unabhängig." Allerdings sei dringend zu innen liegenden Akkus zu raten, weil die besser zugänglich seien und eine längere Lebensdauer hätten.

Sonnenenergie ist auf dem Vormarsch, das spürt Richard Langlinderer, der schon seit Jahren Fotovoltaik-Anlagen zur Stromgewinnung und Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung vertreibt. Über die Amortisation solcher Anlagen brauche man angesichts der Energiepreis-Entwicklung nicht mehr lange zu diskutieren, sagt sein Sohn Martin, der studiert und sich derzeit einarbeitet.

Auch Holz-Pellets als Brennstoff prophezeit Langlinderer eine große Zukunft. Denn Holz mag zwar, wie alles andere, teurer werden, die Schere zu Erdöl oder Erdgas gehe aber ganz klar immer weiter auseinander. Die Firma "Solar-hoch-zwei", die die beiden in Süddeutschland vertreten, erstellt ein komplettes Konzept für jedes Haus. Je nach Gegebenheiten sei die eine oder andere Anlage sinnvoller, erklärt der Solarberater, der auch ein Modulsystem anbietet, mit dem sich Fotovoltaik und Sonnenkollektoren optisch zueinanderpassend kombinieren lassen.

Die Messe Schwäbischer Fleiß in Wernau endet am morgigen Sonntag. Heute und morgen ist die große Regionalmesse für Bauen, Wohnen und Leben jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.