Lokales

Sonniges Schuldach

Eine positive Bilanz zog die Lokale Agenda Bissingen. Fünf Jahre Photovoltaik auf dem Schuldach, das bedeutet einen Ertrag von 9 311 Kilowattstunden und einer CO2-Einsparung von zwei Tonnen.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Am 10. November 2001 setzten die Arbeiter die Module der Photovoltaikanlage auf das Dach der Bissinger Schulturnhalle. Am 21. November 2001 ging sie ans Netz. Seitdem läuft die Anlage fast ohne Unterbrechung.

In seiner Bilanz ging der Sprecher der Lokalen Agenda-Gruppe Öko-Check, Uli Berger, kurz auf die Vorgeschichte der Anlage ein. Die Gruppe war mit dem Ziel angetreten, in der Bevölkerung für regenerative Energie zu werben. Einen engagierten Mitstreiter fand sie im damaligen Schulleiter und Gemeinderat Ekkehart Goebel. 2001 befanden sich auf etwa 60 Dächern von Bissinger und Ochsenwanger Bürgern Solaranlagen. Anstatt diese mit je 500 Mark zu fördern, sagte die Gemeinde zu, die rund 30 000 Mark für eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Schuldach bereitzustellen. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen und das Display der Anlage an der Schulturnhalle zeigt einen Ertrag von 9 311 Kilowattstunden auf. "Das ist eine Einsparung von über zwei Tonnen Kohlendioxid", freute sich Uli Berger.

Schulleiter Wolfgang Rose bestätigte der "Öko-Check"-Gruppe, dass das Thema regenerative Energie am naheliegenden Beispiel der Photovoltaikanlage auf dem Schuldach im Unterricht der Oberstufe aufgegriffen wird. Bereits in der vierten Klasse beschäftigten sich die Schüler mit der Unterrichtseinheit Strom.

Bürgermeister Wolfgang Kümmerle erinnerte sich an die doch kontroverse Diskussion im Gemeinderat und freute sich darüber, dass Ekkehart Goebel so hartnäckig und letztlich erfolgreich für die Photovoltaikanlage eingetreten war. "Seitens der Gemeinde würde ich mir ein größeres Finanzpolster wünschen, um mehr umweltentlastende Dinge initiieren zu können", bedauerte der Bürgermeister die momentane Ebbe im Gemeindesäckel, wohlwissend, dass die Anlage auf dem Schuldach noch ausbaufähig ist.

Im Moment befinden sich auf den Dächern des Solardorfes Bissingen rund 155 Solaranlagen mit einer Modulfläche von rund 1 800 Quadratmetern.