Lokales

Sonntags ist der Drang zu groß

Der Kirchheimer Weihnachtsmarkt zeigt, dass die "Nette Toilette" extremen Spitzenbelastungen nicht gewachsen zu sein scheint. Zumindest schlug Michael Holz deshalb im Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats Alarm. Eine schnelle Lösung ist allerdings nicht in Sicht.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Michael Holz ist Stadtrat für die Fraktion Grüne Alternative und Gastwirt in einer Person. In beiden Eigenschaften hat er mit dem Konzept der "Netten Toilette" zu tun. Grundsätzlich befürwortet er die Idee, und bislang hatte er auch gegen die praktische Umsetzung nichts einzuwenden. "Die Sauberkeit ist kein Problem", führte er im Ausschuss aus. Aber jetzt beim Weihnachtsmarkt werde die Situation zunehmend schwierig, hauptsächlich sonntags.

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Die Lage spitzt sich vor allem deshalb zu, weil am Sonntag viele Läden und Einrichtungen geschlossen sind, die wochentags "Nette Toiletten" anbieten. Zugleich strömen aber unzählige Weihnachtsmarktbesucher in die Innenstadt, verbringen auf dem Marktplatz viel Zeit und konsumieren dabei mit Vorliebe heiße Getränke. Das wiederum sorgt dafür, dass wesentlich mehr Toiletten benötigt werden als an einem "normalen" Sonntag.

Das Fazit des Gastwirts Michael Holz war eindeutig: "Da sind wir beim ,Bären' überfordert." Der Andrang sei einfach zu groß. Er regte deshalb an, künftig für den Weihnachtsmarkt mobile Toiletten bereitzustellen wie das beim Stadtfest auch der Fall ist. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker verwies auf die hohen Kosten, die mit Toilettenwagen verbunden sind. So ließe sich nicht mehr sehr viel Geld einsparen mit dem ursprünglichen Konzept, durch die "Nette Toilette" auf öffentliche Bedürfnisanstalten verzichten zu können.

Ralf Gerber (Freie Wähler) und Andreas Kenner (SPD) erinnerten an das Verursacherprinzip. Demzufolge hätten diejenigen für Toiletten zu sorgen, die auch die Getränke ausschenken. Angelika Matt-Heidecker wollte allerdings nicht auf vorschnelle Entscheidungen setzen. Kurzfristig sei jetzt ohnehin kein Toilettenwagen mehr für den Weihnachtsmarkt zu organisieren. Die Verwaltungschefin schlug stattdessen vor, die Erfahrungen der Marktsonntage zu berücksichtigen, wenn der Gemeinderat nach Ablauf des Probejahrs erneut über die "Nette Toilette" zu entscheiden hat.