Lokales

Sorge um Wald und Sicherheit

Die Gemeinde Schlierbach erhebt Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren für die neue Erdgasfernleitung. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Die Ratsmitglieder stören sich insbesondere daran, dass durch die geplante Gasleitung der bereits durch den Bau der Bahnstromtrasse schwer in Mitleidenschaft gezogene Gemeindewald weiter zerstört wird. Denn die Fernleitung soll hier nicht innerhalb, sondern neben der Trasse der Bahnstromleitung geführt werden. Auch Fragen nach der Sicherheit der Leitung sowie die zu erwartenden Schäden an Feld- und Waldwegen durch die schweren Baufahrzeuge bewegten das Gremium.

Große Illusionen, dass an der Trassenführung viel zu ändern ist, macht sich Bürgermeister Paul Schmid nicht. Deshalb fordere die Gemeinde ausdrücklich, Ausgleichsmaßnahmen für das betroffene Waldstück zu treffen, sei doch die Schneise, die im Wald für den Bau freigemacht werden müsse, laut Planung 24 Meter breit.

Schmid möchte auch noch weitere Auskünfte zum Gefahrenpotenzial der Erdgasleitung von den Betreibern bekommen. Nach der vorliegenden Planung sind alle 15 Kilometer automatische Sicherheitsabsperrventile vorgesehen. Zweifel, ob das ausreichend sei, seien erlaubt: "Interessant finde ich, dass diese Ventile bei der Wasserversorgung in wesentlich geringerem Abstand zueinander vorhanden sind."

Auch Kurt Moll von der CDU wünschte sich an diesem Punkt noch mehr Informationen und fragte sich, ob bei einem Unfall nicht mit einem "ordentlichen Feuerwerk" zu rechnen sei, sollten die Abstände zwischen den Ventilen nicht verringert werden.

Einig sind sich Ratsgremium und Verwaltung darüber, dass alles getan werden muss, damit die Gemeinde nach Abschluss der Bauarbeiten nicht auf den Schäden an Wald- und Feldwegen sitzen bleibt. Aus den schlechten Erfahrungen beim Bau der Bahnstromtrasse haben die Verantwortlichen gelernt: Es wird vor Baubeginn eine gründliche Bestandsaufnahme am Wegenetz geben und die Gemeinde wird versuchen, sich gegen Folgeschäden durch verbindliche Zusicherungen über die Schadensbehebung abzusichern.