Lokales

Sorgen bereitet nur ein defekter Faulturm

Flott ging die 50. Verbandsversammlung des Gruppenklärwerks Wendlingen in den "Wiestalstuben" in der Gemeinde Ohmden über die Bühne. Der Verbandsvorsitzende, Köngens Bürgermeister Hans Weil, machte auch gleich klar, warum kein größerer Diskussionsbedarf besteht. Er bestätigte seinem Team, solide Arbeit geleistet zu haben.

RUDOLF STÄBLER

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OHMDEN Bürgermeister Manfred Merkle erinnerte in seinem Grußwort als Gastgeber die Verbandsmitglieder daran, dass vor fast genau zehn Jahren die letzte Verbandsversammlung in Ohmden stattgefunden hat. In launigen Worten ließ er diese zehn Jahre dann nochmals Revue passieren.

Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 2004 begann dann die eigentliche Arbeit des Gremiums. Dieser wurde von Geschäftsführer Peter Dietrich detailiert vorgetragen und fand die Zustimmung der Mitgliedsgemeinden. So verringerte sich das Bilanzvolumen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Millionen Euro auf 25,6 Millionen. Dabei verringerte sich durch die planmäßigen Abschreibungen das Anlagevermögen. Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital infolge der Erhebung einer Investitionsumlage für verschiedene Um- und Einbauten im Klärwerk Wendlingen. Die Verbindlichkeiten konnten weiter reduziert werden, wodurch sich das Eigenkapital von 47,5 auf 50,1% verbesserte. Ein Umstand, der die Verantwortlichen in Kürze noch beschäftigen wird. Eine Eigenkapitaldecke in dieser Höhe scheint nicht nur den Wirtschaftsprüfern zu hoch.

Geschäftsführer Dietrich konnte dann nach erfolgter Entlastung auch gleich über die Ausführung des Wirtschaftsplanes 2005 berichten. Gleich zu Beginn machte er klar, dass alle geplanten und veranschlagten Maßnahmen in die Wege geleitet wurden und zum großen Teil bereits ausgeführt worden seien. Mit einer neuen Ausstattung will man die Überschussschlammentwässerung verbessern und auch die entsprechenden Aufträge vergeben. Dietrich betonte, dass die neue Maschine gegenüber der alten leistungsfähiger sei und höhere Entwässerungsgrade bringe. Dadurch wird eine deutliche Verbesserung für die Klärschlammbehandlung der Kläranlage in Wendlingen erwartet. Zwischenzeitlich wurde allerdings bei dieser Firma das Insolvenzverfahren eingeleitet. Trotzdem sieht man bei der Geschäftsleitung keine Probleme, da die Firma bereits alle notwendigen Materialien für den Bau angeschafft und alle Vorbereitungen getroffen hat. So rechnet man mit dem Einbau der neuen Maschine noch in diesem Jahr.

Dietrich musste dann allerdings die hervorragende Gesamtbilanz etwas trüben. Im Mai 2005 trat in der Kläranlage in Wendlingen ein größerer Schaden auf, der seither die Verantwortlichen beschäftigt und wohl noch weiter beschäftigen wird. Durch eine Verkettung ungünstiger und derzeit nicht erklärbarer Ereignisse, ist im Mai die Decke des Faulbehälters 1 gebrochen und eine Menge von rund 500 Kubikmeter Faulschlamm in das Gelände der Kläranlage ausgelaufen. An der Einrichtung und dem Bauteil des Faulbehälters ist dabei erheblicher Schaden aufgetreten.

Ein Fehler beim Betrieb der Anlage als Schadensverursachung ist nach den Worten von Dietrich nicht erkennbar. Auch war eine Beeinträchtigung der Abwasserreinigung zu keiner Zeit gegeben. Die Gebäudeversicherung wurde umgehend eingeschaltet und bestätigte einen Versicherungsfall. Inzwischen seien, so Verbandsvorsitzender Hans Weil, von der Versicherung auch schon Gelder geflossen. Vom Personal des Klärwerks konnte direkt am Tag nach dem Schaden der zweite Faulbehälter so aktiviert und betrieben werden, dass die Klärschlammausfaulung und die Faulgaserzeugung und -verwertung ohne große Einschränkungen betrieben werden konnten. Dietrich betonte ausdrücklich, dass es so gut wie keine negativen Auswirkungen auf die Betriebsabläufe gegeben habe. Die für die Reparatur-, Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen an der Faulanlage erforderlichen finanziellen Mittel sind im Wirtschaftsplan 2006 bereits veranschlagt.

Doch dann gab es wieder erfreuliches vom Geschäftsführer. So konnte nach Ablauf der Zinsbindungsfrist am 30. September im Rahmen einer Umschuldung dank der günstigen Liquiditätslage eine Sondertilgung in Höhe von rund 568 000 Euro vorgenommen und für den Rest der Laufzeit eines Darlehens ein sehr niedriger Zinssatz von 2,905 Prozent vereinbart werden. Und dann noch ein "Zuckerl" von Dietrich für die Verbandsgemeinden: "Es kann voraussichtlich wieder mit einer Umlageerstattung gerechnet werden."

Nachdem auch die überörtliche Bilanzprüfung keinerlei Beanstandungen ergeben haben, lediglich einen Tipp, die Satzung so zu ändern, dass keine Investitionszulage mehr erhoben wird, konnte Köngens Bürgermeister Hans Weil die Sitzung schließen.