Lokales

Soziale Projekte ausgezeichnet

Werner-Weinmann-Preis für Bürgertreff und Theaterprojekt der Albert-Schäffle-Schule

Der Bürgertreff Unterensingen und ein integratives Theaterprojekt der Albert-Schäffle-Schule sind die diesjährigen Gewinner des Werner-Weinmann-Preises. Gestern wurden Vertreter der beiden Projekte in der Nürtinger Kreuzkirche geehrt.

RALPH GRAVENSTEIN

Nürtingen. Öffentliche Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement, das macht laut Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich die Zukunft des Ehrenamts ein wenig sicherer: In diesem Sinne ist auch die Ehrung zu verstehen, die die beiden Organisationen erfuhren. Mit dem Preis der Werner-Weinmann-Stiftung wurden nicht nur Schecks überreicht: Für die engagierten Senioren und Schüler setze man damit auch ein Motivationssignal, so Heirich in seiner Festrede.

„Oh Happy Day“ trug die „Neckar­aue Houseband“ mit viel Inbrunst, Schwung und Spaß vor – das musikalische Rahmenprogramm der Verleihungsveranstaltung, zu der gut 80 Gäste in das Dachgeschoss der Nürtinger Kreuzkirche gekommen waren, setzte mit der Verpflichtung der Musiker von der Behinderten-Förderung Linsenhofen gleich ein weiteres Zeichen.

Die Ehrung übernahmen die Angehörigen des 1997 verstorbenen Namensgebers der Stiftung: So überreichten Werner Weinmanns Witwe Margarethe, sein Bruder Alfred und sein Sohn Götz die Schecks über 800 Euro. Dabei ging es jedoch beileibe nicht nur um die finanzielle Zuwendung durch die Stiftung, die das Lebenswerk Werner Weinmanns als SPD-Politiker und Unternehmer fortsetzen soll: Auf Anregung des SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold zeichnet die Stiftung zum nunmehr fünften Mal besonderes soziales Engagement im Ehrenamt aus und lenkt so besondere Aufmerksamkeit auf einige der zahllosen Aktivitäten in der Region. So lobte Arnold ausdrücklich die Öffnung der Institution Schule hin zu Bürgerschaft und Mitmenschen, mit denen man sonst kaum in Kontakt gekommen wäre: Das gemeinsame Theaterprojekt der Albert-Schäffle-Schule mit Schülern der Bodelschwinghschule unter Leitung von Theaterpädagoge Christian Laubert demonstriere, dass mehr Freiheit in der Gestaltung von Schule richtig und wichtig sei.

Ganz andere, aber nicht weniger wirksame Perspektiven für soziale Begegnung zeigte mit dem Bürgertreff Unterensingen der zweite Preisträger auf: Das vielfältig engagierte Netzwerk Unterensinger Bürger im Rentenalter präsentierte sich den Gästen als lebendiges Forum, das vordergründig mit vielen Aktivitäten Abwechslung bietet, in seinem Kern jedoch der oft im Alter drohenden Vereinsamung entgegenwirkt.

Otmar Heirich zeigten die beiden Beispiele, wie breit das Spektrum möglichen Engagements für das Gemeinwesen sei – und wie zentral es sein kann, um dem demokratischen Gemeinwesen ein liebenswertes Gesicht zu verleihen: Nicht nur Freiheit und Gerechtigkeit, sondern auch Solidarität und Uneigennützigkeit seien wesentliche Grundelemente der Demokratie. „Bürgerschaftliches Engagement hat nicht nur Zukunft, es ist die Zukunft“, so sein Fazit.

Christian Laubert, der heute als Theaterpädagoge in Heidelberg lebt, stammt aus Kirchheim. Er ist in mehreren Theaterprojekten in der Umgebung engagiert und den Gästen des jüngsten Teckboten-Presseballs als Moderator in Erinnerung.

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