Lokales

Soziales Engagement und Einblicke in die Berufswelt

Am 5. Dezember, dem Internationalen Tag des Ehrenamts, werden Schülerinnen und Schüler einen Tag lang die Schulbücher beiseite legen und in Betrieben mit anpacken, um dann ihren Lohn für soziale Projekte zu spenden.

UWE GOTTWALD

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KREIS ESSLINGEN Für Kurt Spätling, den Geschäftsführer des Kreisjugendrings, ist die Idee von "Mitmachen Ehrensache" ebenso einfach wie genial: "Jugendliche können sich sozial engagieren, bekommen Einblicke in einen Betrieb und es kommt dabei noch etwas zusammen für einen guten Zweck." Im Landkreis Esslingen wird die Aktion vom Kreisjugendring (KJR) koordiniert, der sie gestern in seiner Wendlinger Geschäftsstelle der Öffentlichkeit vorstellte.

Den Anstoß für "Mitmachen Ehrensache" gab vor fünf Jahren die SPD-Landespolitikerin Ute Kumpf gemeinsam mit den Stuttgarter Jugendhäusern. Mittlerweile wird die Aktion von der Jugendstiftung des Landes Baden-Württemberg getragen und stößt auf immer mehr Resonanz. Der Kreis Esslingen unter der Schirmherrschaft von Landrat Heinz Eininger beteiligte sich im letzten Jahr erstmals, unterstützt von lokalen Förderern und Sponsoren wie der IHK-Region Stuttgart, der Kreishandwerkerschaft und der Kreissparkasse. Gestützt auf diese breite Basis blieb der Erfolg nicht aus: 362 Firmen stellten Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, vergütet mit fünf Euro pro Stunde. 570 Jugendliche beteiligten sich, es kamen 11 000 Euro zusammen, die dem Kinderhospizdienst, dem Arbeitskreis Leben, dem Verein Wildwasser für missbrauchte Kinder und Frauen und dem Treffpunkt allein erziehender Menschen zugute kamen.

Man setzt vor allem auf die Schulen, was für Spätling nur konsequent ist: "Die Zusammenarbeit von Schule, Jugendarbeit und Wirtschaft ist zukunftsträchtig." Kontakte zwischen Schule und Arbeitsleben seien wichtiger denn je. Das bloße Eintrichtern von Wissen müsse der Vergangenheit angehören, soziale Kompetenzen seien bei Arbeitgebern gleichermaßen wichtig. Dazu könne die Aktion, bei der die Jugendlichen Eigeninitiative zeigen und sich selbst einen Arbeitsplatz suchen müssen, einen Teil beitragen.

In den Schulen werben so genannte Botschafter für das Mitmachen, betreut werden diese von der KJR-Mitarbeiterin Stephanie Ehrhardt. Lisa Endrijaitis (15 Jahre), Maren Kissel (16) und Natalie Stooß (18) sind solche Botschafterinnen. An ihrer Schule, dem Neckartenzlinger Gymnasium, suchen sie nach Mitstreitern für den 5. Dezember und schauen sich gleichzeitig nach bereitwilligen Betrieben um. Lisa Endrijaitis: "Wir haben in der Schule mit Umläufen geworben und schon viele positive Rückmeldungen bekommen."

Angesprochen sind Jugendliche aller Schularten, wobei der Einsatz von Jüngeren wegen des Arbeitsschutzgesetzes zeitlich eingeschränkt ist. Für Jüngere bieten sich jedoch Projekte an, bei denen ganze Klassen gemeinsam beteiligt sind, wie zum Beispiel das Reinigen von kommunalen Flächen, denn auch Stadtverwaltungen stellen Tages-Arbeitsplätze zur Verfügung. Alle Beteiligten werden für die Arbeitseinsätze eigens versichert.

Dass auch die Wirtschaft profitiert, bestätigt Cristine Ziegenhirt, Marketing-Assistentin des Gebrauchtteile-Centers von Mercedes-Benz in Neuhausen: "Zum einen halten wir es für wichtig, Schülern Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen, da herrscht doch manchmal ein falsches Bild vor, zum anderen wollen wir den Kontakt zu den Jugendlichen in der Region halten."

INFOWeitere Informationen gibt es unter www.mitmachen-ehrensache.de oder beim Kreisjugendring, Stephanie Erhardt, unter Telefon 0 70 24/46 60 16.