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Sozialplan ist durch

Betriebsrat und Geschäftsführung der Lenninger Papierfabrik Scheufelen haben sich nach langen Verhandlungen auf einen neuen Sozialplan geeignet. Betroffen sind von dem Personalabbau 55 Mitarbeiter, die in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln können.

FRANK HOFFMANN

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LENNINGEN Bereits Ende Januar hatte die Geschäftsleitung des Lenninger Traditionsunternehmens die Belegschaft über den weiteren Personalabbau informiert. Um die Produktionskosten zu senken, muss die kleinste der insgesamt drei Papiermaschinen stillgelegt werden. Des Weiteren werden bis Ende 2007 zwei ältere Querschneider ausgemustert (wir berichteten). Von dem Stellenabbau betroffen sind in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 55 Mitarbeiter in der Produktion und der Verwaltung.

Nach langen Verhandlungen haben sich Geschäftsführung, Arbeitgeberverband, Betriebsrat und die IG Bergbau, Chemie und Energie jetzt auf einen Sozialplan geeinigt. Dieser sieht unter anderem vor, dass die von einer betriebsbedingten Kündigung betroffenen Mitarbeiter in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln können. Die Gesellschaft wurde gemeinsam vom Betriebsrat und der Geschäftsführung der Papierfabrik Scheufelen gegründet, um die entlassenen Mitarbeiter bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen.

Für das Lenninger Unternehmen ist dies bereits der dritte Sozialplan seit dem Beginn der Restrukturierungsmaßnahmen im Jahre 2003. Insgesamt sind dem Sanierungsprogramm rund 300 Arbeitsplätze zum Opfer gefallen, sodass sich die Personalstärke der Firma bis Ende 2007 auf knapp 700 reduziert.

Damit ist das Sanierungskonzept bei Scheufelen zumindest vorläufig abgeschlossen, betont Hariolf Koeder. Der Geschäftsführer für die Bereiche Betrieb und Marketing möchte aber angesichts der "Krise der gesamten Papierindustrie" keine allzu weit reichende Prognose wagen. Ursachen für die schwierige Lage der Papierhersteller sind vor allem Überkapazitäten und der anhaltende Kostendruck. Hinzu kommt die enorme Preissteigerung bei den Energiekosten, die seit einiger Zeit der besonders energieintensiven Papierbranche zusätzlich schwer zu schaffen macht.