Lokales

Sparhaushalt ohne Perspektive

Zu einem Ausspracheabend über aktuelle Themen des Haushalts 2005 hatte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Dettingen eingeladen. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger waren sich im Klaren, dass das Einsparpotenzial ausgeschöpft ist, allenfalls könne es Verschiebungen zu Gunsten des einen oder anderen Vorhabens geben.

DETTINGEN Einleitend wurde von Dr. Werner Hack der Dettinger Haushaltsplan 2005 mit einem Volumen von 9 Millionen Euro erläutert. Der Vermögenshaushalt hat nur noch ein Volumen von knapp 1,3 Millionen Euro. Dies zeige, in welchem geringen Umfang noch Investitionen möglich seien.

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Die wichtigsten Vorhaben für 2005 sind die Erschließung "Untere Wiesen", Ausbau der Gartenstraße von der Hanf- bis zur Paradiesstraße, Planung des Bahnhofsvorplatzes und Baugebiet "Goldmorgen/Obere Straßenäcker". Weiter sind Gelder eingeplant für die Renovierung der Schulgebäude, dem Sitzungssaal und für eine Leichtathletikanlage bei der Hauptschule.

Bei der Erschließung "Untere Wiesen" ist man unter einem gewissen Zeitdruck, da bis Juni der Spatenstich für die Verbundschule erfolgen müsse. Könne der Zeitplan nicht eingehalten werden, gingen dem Landkreis Fördermittel für die Schule verloren. Der Grunderwerb habe erfolgreich abgeschlossen werden können. Die geplante Holzhackschnitzelanlage werde momentan europaweit ausgeschrieben. Durch die hohen Ansprüche an die Technik soll sichergestellt werden, dass die zurzeit gültigen Grenzwerte unterschritten werden.

Erfreut stellte Dr. Hack fest, dass die Ausschreibung der Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt der Gartenstraße günstigere Preise ergeben habe, als veranschlagt.

Künftig kann der Wasserhaushalt der Gemeinde als Unternehmen geführt werden und Gewinne erzielen. Ohne die Stimmen der FWG werde der Wasserpreis zum 1. Mai um 33 Cent pro Kubikmeter angehoben, was durch die Gebührensenkung beim Abwasser zum 1. Januar eine Erhöhung von 16 Cent pro Kubikmeter bedeute. Der Gewinn mache rund 45 000 Euro aus und fließe dem Haushalt zu, informierte Dr. Hack.

In der Diskussion wurde kritisiert, dass man für den höheren Wasserpreis keine bessere Wasserqualität erhalte. Es wurde vorgeschlagen, den Gewinn für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität einzusetzen. Bezüglich Bahnhofsvorplatz waren sich die Anwesenden einig, dass eine geordnete Parkierung mit gestalterischem Grün, möglichst mit geringem finanziellem Aufwand, angestrebt werden soll. Auf den Bau des Fußgängerstegs könne vorerst verzichtet werden, da der Fußgängerstrom in Richtung des nördlichen Ortsteils als gering eingeschätzt werde. Dies könnte sich erst dann ändern, wenn man sich entschließe, der Wohnbebauung in den "Unteren Wiesen" den Vorzug vor den "Oberen Straßenäckern" zu geben. Weiter erhielt die FWG die Empfehlung zu prüfen, ob die bestehende Leichtathletikanlage bei der Hauptschule mit geringem Aufwand zu sanieren sei.

Zur Kenntnis nahmen die Bürgerinnen und Bürger den aktuellen Baufortschritt des neuen Lebensmittelmarkts und die Ankündigung der Bahn, die unbeschrankten Bahnübergänge zwischen Dettingen und Owen im Jahr 2006 zu schließen. Gemeinderätin Inge Schaufler bedankte sich bei den Anwesenden für den Besuch und die rege Diskussion.

bw