Lokales

Sparsam gewirtschaftet

Müllgebühr im Landkreis sinkt zum achten Mal in Folge

Bei all den Negativ-Schlagzeilen über marode Finanzmärkte und steigende Energiepreise endlich wieder eine gute Nachricht: Der Landkreis Esslingen senkt zum achten Mal in Folge seine Abfallgebühren.

richard umstadt

Kreis Esslingen. Erfreute Gesichter im Kreistagsrund des großen Sitzungssaales im Esslinger Landratsamt. Auch im kommenden Jahr will der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises den Geldbeutel der Bürger schonen und die Müllgebühren senken. Dafür erntete AWB-Geschäftsführer Rolf Hahn viel Beifall. „Dass diese Kosten- und Gebührenentwicklung möglich wurde, verdanken wir dem sparsamen Wirtschaften und der vorsichtigen Kalkulation des AWB und den günstigen Preisen auf dem Wertstoffmarkt“, war sich der Chef der CDU-Riege im Kreistag, Gerhard Schneider, mit den anderen Fraktionen einig.

Beim Restmüll beträgt die Reduzierung der Gebühren 34 Prozent, beim Gewerbemüll 14 Prozent, lediglich die Gebühren für die Biotonne steigen um 14 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung der Abfallgebühr für den sogenannten „Vier-Personen-Musterhaushalt“ im Zeitraum von 1998 bis 2009, dann sind die Gebühren für einen 80-Liter-Eimer bei vierwöchiger Leerung einschließlich einer 60-Liter-Biotonne um 55 Prozent zurückgegangen. Musste der Musterhaushalt 1998 noch 207 Euro bezahlen, so werden es im kommenden Jahr nur noch 92 Euro sein. „Dies kommt den Kreiseinwohnern zugute in einer Zeit, wo die Energiekosten enorm ansteigen“, sagte Gerhard Schneider. „Und der weitere erfreuliche Aspekt ist, dass diese Müllgebühren bis 2012 konstant bleiben“, ergänzte SPD-Vorsitzende Sonja Spohn, die es sich nicht verkneifen konnte, an die unendliche Müllgeschichte und die Diskussionen um eine Verbrennungsanlage in den 80er-Jahren zu erinnern. Diese Zeiten sind lange passé, der Kreismüll wird in den Stuttgarter Müllmeiler gekarrt und die Bevölkerung des Landkreises trennt eifrig den Abfall.

So sind Rolf Hahn zufolge die Kosten für Verbrennung und Einsammlung des Unrats sowie die Personalkosten auch für die nächsten vier Jahre gut kalkulierbar. Schwankungen sind lediglich bei der Preisentwicklung auf den Wertstoffmärkten bei Altpapier und Schrott zu erwarten. Grund dafür ist eine reduzierte Nachfrage in Indien und China. Das wirkt sich auf die Wertstoffpreise aus, „aber nicht so dramatisch wie beim Dax“, beruhigt AWB-Geschäftsführer Rolf Hahn. Er ist sich sicher, dass die Abfallgebühren in den Jahren 2009 bis 2012 trotz dieser Unwägbarkeiten stabil bleiben werden. „Wir haben vorsichtig kalkuliert.“ Dies war wohl auch in den Vorjahren der Fall, denn Hahn konnte rund 11,5 Millionen Euro Mehreinnahmen aus den Jahren 2005 bis 2008 in der Neukalkulation berücksichtigen.

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