Lokales

Spatenstich im Frühjahr

Trotz einer Absage der DRK-Kreisverbände will der Landkreis an der Option für eine integrierte Leitstelle in Esslingen festhalten. Der Technikausschuss des Kreistags beauftragte jedoch die Verwaltung, einen Regressanspruch gegenüber dem DRK prüfen zu lassen.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Nach einer Kostenübernahmezusage der DRK-Kreisverbände betraute der Landkreis Esslingen im Oktober 2005 das Ingenieurbüro Günthner, Informations- und Kommunikationstechnik in Leinfelden-Echterdingen, mit einem vorläufigen Planungsauftrag und einer Ermittlung der Kosten für eine integrierte Leitstelle in der neuen Esslinger Feuerwache. Das Büro errechnete Kosten in Höhe von rund 2,02 Millionen Euro. Der Betrag liegt damit deutlich über den bisherigen gemeinsamen Schätzungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer.

Laut Leitstellenvereinbarung hätte demnach der Landkreis 480 941 Euro und das DRK 783 743 Euro berappen müssen. Bei einem Kostenschlüssel 50 zu 50 hätte sich das Verhältnis zu Ungunsten des Landkreises verschoben.

Ende Dezember erklärten beide DRK-Kreisverbände, dass sie in der Lage seien, eine eigene Rettungsleitstelle zu finanzieren mit jährlichen Kosten in Höhe von 684 000 Euro und zogen ihre Zusage für die integrierte Leitstelle von DRK und Feuerwehr zurück.

Die Stadt Esslingen schloss zwischenzeitlich die Planungen für die Feuerwache in Abstimmung mit der Kreisverwaltung ab. Die Ausschreibung der Gewerke erfolgt in diesem Monat. "Im nächsten Vierteljahr wird Spaten gestochen", so Landrat Heinz Eininger, "es gibt jetzt kein Zurück mehr." In anderthalb Jahren soll die neue Feuerwache stehen. Sie wird dann nach Abzug des Landeszuschusses etwa eine Million Euro kosten. Die jährlichen Kosten betragen 571 237 Euro.

Auf Grund der Zusagen an die Stadt Esslingen will der Landkreis auch weiterhin die für die integrierte Leitstelle geplanten Räumlichkeiten mit rund 343 Quadratmetern anmieten und effektiv nutzen. Dies hätte den Vorteil, dass damit die Option offen gehalten werden könnte, künftige Leitstellengenerationen wieder in gemeinsamer oder integrierter Trägerschaft in diesen Räumen zu verwirklichen.

Die Mitglieder des Ausschusses bedauerten, dass es nicht zu einer integrierten Lösung kommen konnte und beauftragten die Kreisverwaltung, Schadensersatzansprüche gegenüber dem DRK zu überprüfen. Dennoch solle die Tür nicht zugeschlagen werden.