Lokales

SPD setzt sich für Bildung und Betreuung ein

„Kein Schuldenabbau auf dem Rücken sozial Schwacher“ – Kreistagswahl soll mehr als 20 Sitze bringen

Die SPD im Kreis macht sich für Betreuung, Familienberatung und Jugendarbeit stark. Sie will ein Auge auf Ausgaben und Bildung haben, das Biosphärengebiet fördern und die Gesundheitsversorgung optimieren.

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tobias flegel

Köngen. Die Sozialdemokraten (SPD) gehen die Wahl selbstbewusst an. „Hier sitzen kompetente Leute vor Ihnen“, sagte Fraktionsvorsitzende Sonja Spohn gestern in Köngen. Ihre Mannschaft ist zurzeit mit 20 Sitzen im Kreistag vertreten. Diese Position wollen die Kandidaten beim Urnengang am 7. Juni ausbauen.

„Gerecht und bürgernah“ lautet der Slogan, den sich Spohn und ihre Mitstreiter auf die Fahnen geschrieben haben. Das Geleistete beweise, dass man dem Anspruch gerecht geworden sei, sagte Spohn.

In schwierigen Zeiten will sich die SPD besonders für menschliche Belange einsetzen. „Wir befürchten, dass der soziale Bereich unter der Krise leidet“, sagte Spohn. Auf dem Sektor lohne sich aber „das Bohren dicker Bretter“. Sie und ihre Kollegen plädieren dafür, die Betreuung von Kindern auszubauen, um berufstätige Eltern zu entlasten. „Alle Kinder müssen von Anfang an gefördert werden“, forderte Solveig Hummel. Das gelte auch für junge Behinderte, die später auf „normale“ Schulen gehen sollten. Weil sie befürchtet, dass „die Mitte der Gesellschaft in eine Schuldenfalle läuft“, will die SPD dafür kämpfen, dass Familien-Bildungsstätten und andere Beratungsstellen durch ausreichende Mittel rasch Hilfe bieten können. Außerdem hat sie vor, sich für die Jugendarbeit und den Ausbau der Pflegestrukturen einzusetzen.

In der Wirtschaftskrise ist umsichtige Finanzpolitik gefragt. „Der Schuldenabbau darf nicht auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen werden“, mahnte Spohn. Deshalb solle die Kreisumlage in Bildung und Betreuung fließen. Ob der Kreis hier etwas unternehme, würden die Menschen merken. Mit Blick auf das „Finanzdebakel“ des Jahres 2008 forderte sie, dass künftig genau geprüft werde, ob Mitarbeiter ihren Aufgaben nachkommen: „Unser Anliegen sind Verantwortung und Führungskultur.“ Der Kreis hatte Ende vergangenen Jahres durch eine versäumte Mietkündigung und einen Investmentfonds rund fünf Millionen Euro verloren.

Mit scharfem Auge will die SPD über Bildungsinvestitionen wachen. „Uns ist eine sinnvolle Kontrolle wichtig“, sagte Michael Neumann. Die Investition von 42 Millionen Euro, die der Kreis in den nächsten fünf bis sechs Jahren in Schulen stecken will, sei eine „Herkulesaufgabe“. Für Naumann bleibt Bildung aber ein wichtiger Standortfaktor, der nicht nur für den Beruf qualifiziere, sondern auch gleiche Chancen schaffe und dafür sorge, dass Bürger am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das Konzept der Werkrealschulen sieht die SPD dagegen kritisch, da es möglicherweise die Berufsfachschulen in Frage stelle. Sie befürwortet dagegen Wirtschaftsförderer als wichtiges Scharnier zwischen Schulen und Wirtschaft und als Ansprechpartner für kleine Betriebe.

Umweltschutz bleibt für die SPD – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen – ein wichtiges Thema. Die Kommunalpolitiker wollen prüfen, ob Wohngebäude in das energetische Sanierungsprogramm des Kreises aufgenommen werden können, sagte Marianne Gmelin. Das entlaste Privathaushalte, die unter Energiekosten leiden. Dass die Region das Prädikat Biosphärengebiet erhalten habe, betrachtet Gmelin mit als Verdienst der SPD. Das „Juwel“ brauche aber Zeit, bis es leuchte.

Eine zweite Startbahn für den Stuttgarter Flughafen lehnen die Sozialdemokraten kategorisch ab. Die Maschinen sollen auch nicht häufiger starten und landen oder der Korridor Richtung Berkheim erweitert werden. Gerhard Remppis warnte davor, dass die neue ICE-Strecke nach Ulm den Güterverkehr ins Neckartal verlagert. Remppis: „Die Gemeinden von Esslingen bis Geislingen müssen sich zusammentun.“

Das Gesundheitswesen sieht die SPD auf einem guten Weg. Dennoch will sie dafür sorgen, dass Kapazitäten besser genutzt werden. An einem der Krankenhäuser solle eine Nachsorgestation für ältere Patienten eingerichtet werden.