Lokales

Spedition- und Logistikdienstleistung

An der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule (Kaufmännische Schule) wird mit Beginn des neuen Schuljahres 2006/07 eine neue Fachklasse innerhalb der Kaufmännischen Berufsschule eingerichtet.

KIRCHHEIM Ab 18. September besuchen erstmals junge Kaufleute für Spedition- und Logistikdienstleistung aus dem Landkreis Esslingen die Schule in Kirchheim.Bereits in seiner Sitzung vom 15. September 2005 hatte der Schulträger, der Landkreis Esslingen, die Einrichtung dieser neuen Fachklasse gemäß Paragraf 25 Absatz 3 beschlossen.

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Ziel dieser Einrichtung ist zum einen, den angehenden Speditionskaufleuten aus dem Landkreis Esslingen eine ausbildungsortnahe Beschulung zu eröffnen. Auch für manchen Auszubildenden aus dem Göppinger Raum dürfte der neue Standort in Kirchheim attraktiv sein. Bislang müssen die Lehrlinge im Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung" entweder an die Stuttgarter Kaufmännische Berufsschule in der Hasenbergstraße anreisen oder gar den noch längeren Weg an die Theodor-Heuss-Schule nach Reutlingen auf sich nehmen. Und dies, obwohl die Speditionsbetriebe im Landkreis Esslingen in den letzten Jahren die meisten Ausbildungsverträge in diesem Beruf innerhalb der Region Stuttgart abgeschlossen haben.

Zum anderen war es die Absicht der Schule, ihr Bildungsangebot innerhalb der Berufsschule durch einen attraktiven Ausbildungsberuf zu ergänzen. An der Schöllkopf-Schule werden bisher Industrie-, Büro-, Einzelhandels-, Großhandels- und Automobilkaufleute sowie Verkäuferinnen und Verkäufer ausgebildet.

Norbert Häuser, Schulleiter an der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule, betont, dass die Schule auf eine enge Verzahnung und vielschichtige Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben größten Wert legt, der Abteilungsleiter für die Kaufmännische Berufsschule Thomas Gundelsweiler ergänzt: "Betriebliche Bildungsinhalte und schulische Stoffverteilungspläne müssen eng aufeinander abgestimmt werden."

Die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung in Betrieb und Berufsschule dauert in der Regel drei Jahre. Ihre Aufgabe ist es, den Güterversand, den Umschlag und die Lagerung und weitere logistische Leistungen unter Beachtung vielfältiger Rechtsvorschriften und Belange des Umweltschutzes zu planen und zu organisieren, das Zusammenwirken der an Logistikketten beteiligten Personen und Einrichtungen zu steuern und zu überwachen, dabei die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zu nutzen, die Kunden zu betreuen, auf eine kostengünstige Zusammenfassung, Beförderung und Auslieferung von Ladungen hinzuwirken, die Zahlungsvorgänge abzuwickeln und vieles mehr.

Beim Speditionskaufmann handelt es sich aufgrund der Wirtschaftsstruktur in Deutschland um einen äußerst zukunftsorientierten Ausbildungsberuf, Deutschland ist innerhalb Europas wichtigstes Transitland, insofern werden Spedition und Logistik in Zukunft immer stärkere Bedeutung haben. Auch der Kapital- beziehungsweise Kostenaufwand für hohe Lagerressourcen zwingt die Betriebe zu Verbesserungen und Optimierungen im Lager-, Versand- und Logistikbereich. Die Schule erwartet für die Zukunft in diesem Bereich verstärkte Ausbildungsbemühungen bei den Ausbildungsbetrieben.

Aufgrund der bisherigen Anmeldungen plant die Schule, mit zwei Parallelklassen zu starten. Der jeweils 13-Stunden-Wochenunterricht wird im Eintage/Zweitage-Modell abgewickelt, das heißt, die Auszubildenden werden in einer Woche an einem, in der Folgewoche an zwei vollen Berufsschultagen beschult. Ziel der Maßnahme ist es, zu verhindern, dass Ausbildungszeiten durch Anfahrtswege verloren gehen.

pm