Lokales

Spielen – auch auf dem Dach

Owener Gemeinderat stimmt der Freianlagenplanung für Kindergartenneubau zu

Ein wichtiger Bestandteil eines Kindergartens sind die Außenanlagen. Was den Neubau des Owener Kindergartens Bahnhofstraße betrifft, hat Landschaftsarchitektin Marion Thiede im Gemeinderat nun ihren Entwurf vorgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 150 000 Euro.

Andreas Volz

Owen. Das ganze Außengelände des Kindergartens Bahnhofstraße wird komplett umgestaltet. Erhalten bleiben nur die Begrenzungsmauern und die beiden großen Kastanienbäume – als Schattenspender. Spielmöglichkeiten sollen rund um den neuen Kindergarten bestehen, abgesehen natürlich von der Friedhofseite. Marion Thiedes Konzept sieht eine dezente Hügellandschaft vor, mit den typischen Spielgeräten, aber auch mit einem eigenen „Spielhaus“. Die Kinder können sich in der Mitte des „Gartens“ bewegen und herumtoben. Am Rand ist der „Sandkasten“ vorgesehen, vergleichsweise als ruhender Pol. Wasser gehört ebenfalls dazu, denn Marion Thiede erklärte die kindliche Spielseele in einfachen Worten: „Sand ist schon toll, aber Matsch ist noch besser.“ Eine Abdeckung für den großen Sandbereich ist bislang nicht vorgesehen. Zum einen soll ein Bauspielgerät in der Mitte aufragen, was die Abdeckung technisch erschwert. Zum andern zeige die Erfahrung, dass die Abdeckung oft nicht richtig verschlossen werde. Dann wiederum sei kein wirksamer Schutz gegen Katzen mehr gegeben, die den Sand verunreinigen.

Ganz in der Südwestecke bleibt das kleine Fußballtor erhalten, wobei Marion Thiede daran denkt, die Mauer zum Friedhof zu erhöhen oder wenigstens durch ein Netz zu verhindern, dass der Ball an dieser Stelle allzu häufig das Kindergartengelände verlässt. Eine Besonderheit im neuen Freigelände an der Owener Bahnhofstraße ist ein Barfußpfad. Die Garten- und Landschaftsarchitektin legt dabei allerdings Wert darauf, dass dieser Pfad nicht nur barfuß beschritten werden kann. Es gehe darum, verschiedene Materialien als Bodenbelag zu erleben, ob mit Schuhen oder ohne.

Auf dem Dach des neuen Kindergartens ist ebenfalls ein Spielbereich im Freien vorgesehen: für die ganz Kleinen. Sie sollen einen eigenen kleinen Sandkasten bekommen und spezielle Schaukeln. Deren Halterungen sind beim Neubau ebenso auf dem Dach anzubringen wie die Hülsen, in die später einmal Sonnenschirme gesteckt werden können. Warum die Kleinstkinder ihre eigene Dachterrasse bekommen sollten, erläuterte Marion Thiede ebenfalls: „Die Zweijährigen werden sonst vielleicht von Sechsjährigen überrannt.“

Die Ratsmitglieder stimmten der Planung einmütig zu. Bürgermeister Siegfried Roser hatte es zuvor bereits auf den Punkt gebracht: „Das ist das passende Konzept. Bei unserem tollen neuen Kindergarten müssen auch die Außenanlagen stimmen.“ Bei den Kosten von rund 150 000 Euro handle es sich um verlässliche Summen, wie Marion Thiede erläuterte. Schließlich sei es keine Kostenschätzung mehr, sondern bereits eine Kostenberechnung. Auch mögliche Preissteigerungen seien bereits berücksichtigt.

Bei den Baukosten für das neue Gebäude sieht das anders aus: Zum Thema Vergaben teilte Architekt Michael Rauscher mit, dass die Gesamtkosten inzwischen bei 2,2 Millionen Euro liegen – und damit um 53 000 Euro über dem veranschlagten Budget. Der Gemeinderat hat die entsprechenden Arbeiten dennoch vergeben, unabhängig von den höheren Kosten. Bürgermeister Siegfried Roser hatte ohnehin die Parole ausgegeben: „Wenn wir bei dieser Summe nur Mehrkosten von 53 000 Euro haben, können wir uns glücklich schätzen.“

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