Lokales

Spielgruppe für Kleinkinder in Kooperation mit FBS

In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Holzmadener Gemeinderat mit dem Kindergartenwesen. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr kann in Holzmaden zu 100 Prozent abgedeckt werden.

HOLZMADEN Ein weiterer Einstieg in die Betreuung von Kindern unter drei Jahren muss auch an den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde ausgerichtet werden. In Kooperation mit der Familien-Bildungsstätte Kirchheim ist seit 2005 eine Spielgruppe für Kinder im Alter ab zwei Jahren eingerichtet. Die Trägerschaft liegt bei der FBS. In dieser Gruppe, die zwei Vormittage in der Woche von 8.30 bis 11.30 Uhr eine Betreuung anbietet, werden insgesamt zehn Kinder betreut. Sechs davon sind aus Holzmaden, die anderen vier Kinder aus Boll, Aichelberg und Kirchheim. Die FBS stellt eine Erzieherin zur Verfügung, zusätzlich muss ein Elternteil der Kinder die Betreuung mit übernehmen.

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Diese Spielgruppe gilt nicht als kindergartenähnliche Einrichtung, erhält nicht die entsprechenden Zuschüsse des Landes und hat deshalb keine Betriebserlaubnis. Aus diesem Grund kann die Holzmadener Spielgruppe zwar nicht in die Bedarfsplanung der Gemeinde Holzmaden aufgenommen werden, tatsächlich wird dadurch aber der jetzige Bedarf gedeckt. Der Gemeinde Holzmaden ist kein weiterer Bedarf an einer Betreuung von Kindern unter drei Jahren bekannt. Aus diesem Grund wird im Kindergartenwesen auch keine Betreuung in naher Zukunft angeboten.

Bei der Planung zum Ausbau des Betreuungsangebots für unter Dreijährige bis 2010 sollte ein Bedarf von 6 bis 20 Prozent festgelegt werden. Dieser wird in Holzmaden auf sechs bis sieben Prozent eingeschätzt, was drei bis vier Betreuungsplätzen entspricht. Die Aufnahmekapazität in den drei Gruppen beträgt je 25 bis 28 Kinder, das heißt, es können bis zu 84 Kinder ohne Sondergenehmigung aufgenommen werden.

Derzeit besuchen 73 Kinder die örtlichen Kindergärten, davon 47 Kinder den Kindergarten in der Seestraße. Im Laufe des Kindergartenjahres werden noch vier weitere Kinder aufgenommen. Bis zum Juni werden in der Seestraße also 51 Kinder in zwei Gruppen untergebracht sein. 26 Kinder sind im Moment im Kindergarten Schillerstraße. Am Ende des Kindergartenjahres wird in der Schillerstraße noch ein Kind aufgenommen. Somit ist gewährleistet, dass alle Kinder, die einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben, auch aufgenommen werden können.

Rückwirkend zum 1. Januar wurde das Kindertagesbetreuungsgesetz dahingehend geändert, dass ein Kostenausgleich zwischen dem Träger einer Kindertageseinrichtung und der Wohnsitzgemeinde erfolgen muss, wenn kein gleichwertiger Platz zur Verfügung steht. Die Gemeinde Holzmaden bezahlt derzeit für ein Holzmadener Kind, das im Ganztagskindergarten in Weilheim untergebracht ist, 1320 Euro im Kalenderjahr, da in Holzmaden kein Angebot für eine Ganztagsbetreuung besteht. Die Höhe dieses Kostenausgleiches ist durch eine Rechtsverordnung geregelt.

Der Gemeinderat hat sich dazu entschlossen, freie Träger entsprechend den Richtwerten der Verordnung über die Förderung von Kindertageseinrichtungen mit gemeindeübergreifendem Einzugsgebiet zu bezuschussen. Freie Träger, die einen entsprechenden Antrag stellen, erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2006 vorläufig bis zum Jahr 2009 diesen Kostenausgleich.

Eine gesetzliche Verpflichtung zur finanziellen Förderung der Kleinkinderbetreuung für unter Dreijährige durch die Kommunen besteht erst ab 2010, und dann nur für Gruppen mit einer Betreuungszeit von mehr als 15 Stunden pro Woche. Neben dem Landeszuschuss von jährlich 82 000 Euro trägt die Gemeinde die Kosten in Höhe von 123 000 Euro, die auch der Kirchengemeinde Holzmaden für den Kindergartenbetrieb bezahlt werden. Einstimmig hat der Gemeinderat den Bedarfsplan beschlossen.

pm