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Spielraum zum Sparen ausgereizt

Mit "Krippenschnitzern aus Oberammergau" wolle er die Kunstsammlung des Kreises Esslingen nicht bestücken, kommentierte Landrat Heinz Eininger einen Antrag der Freien Wähler bissig. Die Fraktion hatte bei der Haushaltsdebatte gefordert, die Mittel für Kunstankäufe 2005 zu sparen.

ELISABETH MAIER

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ESSLINGEN Aus dem Antrag der Freien Wähler, der für den Kreis bescheidene Einsparungen von 15 000 Euro brächte, entspann sich im Kultur- und Schulausschuss des Kreistags eine heftige Debatte über die Kunstförderung. Zum Vergleich: Bis 1982 standen dem Landkreis für Kunstankäufe Mittel von 100 000 Mark pro Jahr zur Verfügung. Schließlich lehnte das Gremium den Vorschlag, den Hans Weil (Freie Wähler) in der Sitzung formulierte, mit 13 Gegenstimmen ab. Nur sechs Kreisräte der Freien Wähler stimmten dafür.

Eininger erinnerte daran, dass die Mittel für Kunst und Kultur im Rahmen der Sparrunde zum Haushalt 2003 bereits überproportional um 40 Prozent gekürzt worden seien. Da sieht der Landrat keinen weiteren Spielraum mehr. Er wehrte sich vehement dagegen, Kunst und Kultur noch weiter zu "schrubben". Die Kunstsammlung des Landkreises genieße in der Kunstszene einen guten Ruf. Dies könne sich jedoch schnell ändern, wenn sie nicht mehr weiter bestückt werde. Junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern, ist dem Landrat ein sehr wichtiges Anliegen.

Dass das eine Investition in die Zukunft ist, zeigt sich für ihn an einem Gemälde von Walter Stöhrer, das der Landkreis vor Jahrzehnten erworben habe und das nun in seinem Büro hängt: "Inzwischen ist das Bild ein Vielfaches wert und die Staatsgalerie hat angefragt, es für eine Ausstellung auszuleihen."

Auch Reinhold Rauscher (CDU) kritisierte, dass die Kunst über Gebühr belastet worden sei. Ihm schwebt eher vor, die Mittel in diesem Bereich wieder aufzustocken. "Auch in schlechten Zeiten darf man die Kunst nicht unter den Teppich kehren", stellte Walter Bauer (SPD) klar. Er verwies auf die große gesellschaftliche Verantwortung, junge Künstler zu unterstützen.

Dagegen verwies Hans Weil darauf, dass die Kunststiftung der Kreissparkasse bereits sehr viel für die Künstler im Kreis Esslingen getan habe und diesen Kurs auch konsequent weiter verfolge. Diese Stiftung könne nun auch diese schwierige Zeit überbrücken.