Lokales

Spielwaren seit nunmehr 125 Jahren

125 Jahre sind kein Pappenstiel. Schon gar nicht für einen Spielwarenladen, der sich mit dem Wandel der Zeit immer neuen Herausforderungen stellen muss. Die Firma Heiges am Esslinger Postmichelbrunnen, die auch eine Filiale in Kirchheim betreibt, blickt auf ihr 125-jähriges Bestehen zurück und feiert zwei Wochen lang Jubiläum.

KIRCHHEIM / ESSLINGEN Als Wilhelm Heiges 1879 seinen Laden für "Galanteriewaren" am Postmichelbrunnen eröffnete, verkehrte man dort noch mit Pferden. Das Auto wurde erst einige Jahre später erfunden. Der heutige Geschäftsführer der Esslinger Filiale von Spiel- und Lederwaren Heiges, Andreas Walter, muss sich neben der allgemein schwierigen Wirtschaftslage mit der gestiegenen Konkurrenz durch Internet-Versandhandel auseinandersetzen. Allein diese beiden Eckpunkte machen die rasanten Entwicklungen der vergangenen 125 Jahre deutlich. "Nichts ist in dieser Zeit so beständig gewesen wie die Veränderung", kommentiert Andreas Walter die Geschichte der Firma. Seine Geschäftsphilosophie hat er daraus abgeleitet: Man darf nichts zur Gewohnheit werden lassen und muss jeden Schritt neu überdenken. "Das Argument ,das hat man schon immer so gemacht' gibt es bei uns nicht." Dass die Firma Heiges angesichts steigender Konkurrenz und wirtschaftlich schwierigen Zeiten bis heute besteht, führt er unter anderem darauf zurück: "125 Jahre und trotzdem nicht verstaubt".

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Zusammen mit seiner Tochter Emma Törje und ihrem Mann Carl hatte der Namensgeber Wilhelm Heiges in den Anfangszeiten so genannte Galanteriewaren verkauft. Darunter summierten sich Schmuck, Geschenkartikel, Parfümfläschchen, Knöpfe, Schnallen oder Tücher.

Von 1929 an wurden Spiel- und Lederwaren in den Vordergrund der Geschäftspolitik gestellt und Emma Törjes Schwiegersohn, Karl Laubengeier, übernahm die Geschäftsleitung. Er und auch spätere Nachfolger führten den Familiennamen Heiges aber bewusst weiter im Firmenschild. Beim ersten großen Umbau 1959/60 veränderte sich das Gesicht der Innenstadt am Postmichelbrunnen, die Milchstraße wurde verbreitert und die Firma Heiges erweitert. Eduard Hannes war 1961 der erste Geschäftsführer, der nicht aus der familären Nachfolge der Heiges stammte. Zusammen mit Adolf Harstnig führte er das Geschäft, bis er es an seinen Sohn Bernd Hannes und seinen Schwiegersohn Andreas Walter abgab. Im März vergangenen Jahres eröffnete eine weitere Filiale im Zentrum von Kirchheim, die seither von Bernd Hannes geleitet wird.

Dass man sich als Fachhandel an den Rabattschlachten der großen Handelsketten nicht beteiligen kann, das ist Andreas Walter wichtig zu betonen. Der zunehmende Versandhandel im Internet sei in diesem Zusammenhang "der Anfang vom Ende", warnt Walter. "Das Internet ist prädestiniert für den Preiskampf, der Handel verkommt zum Musterzimmer." Das würde in der Konsequenz das Ende des Einzelhandels bedeuten. "Wir erwarten einen fairen Umgang damit", verweist Walter auf die Verantwortung der Kunden. "Doch diese zeigen uns bislang, dass ihnen Kompetenz und Beratung wichtiger sind."

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten gibt es bis zum 13. November Rabattaktionen bei der Firma Heiges. Zudem können sich die Kunden mittels eines Würfelspiels einen Rabatt erwürfeln.

ez