Lokales

Spirituals, Volkslieder und Arien

OWEN Mit einem anspruchsvollen Programm unterhielt die Musikschule Owen die zahlreich erschienenen Zuhörer in der evangelischen Kirche Owen bei einem Adventskonzert, das hauptsächlich von der Gesangsklasse Aylish Kerrigan gestaltet wurde. Das Programm beinhaltete zuerst volkstümliche und klassische Weihnachtsmelodien, Instrumentalwerke und später einen Block von Spirituals.

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Eröffnet wurde das Konzert von Katharina Sigel, Mezzosopran, mit der Vertonung einer mittelalterlichen, halb gälischen, halb lateinischen Handschrift eines irischen Mönchs "Deus meus, adiuva me", die sie überzeugend und versiert sang. Auch bei ihren späteren Vorträgen "Angel", ein ergreifender Popsong von Sarah McLachlan über Verzweiflung und Sehnsucht, und dem Spiritual "Sinner, please don't let this harvest pass", kam ihre schöne Stimme zur Geltung.

Carolina Bross, Alt, sang als erstes "There Is a Balm in Gilead", mit Herz und Seele. Später folgten zwei authentische Interpretationen von Volksliedern aus ihrer kolumbianischen Heimat. "In dulci jubilo", ebenfalls ein zweisprachiger Lobgesang, erklang von Rainer Strohwald, Bariton, mit seiner sonoren, ausdrucksstarken Stimme. Später intonierte er noch "Im Winter" von Erdler und "I Ain't Got Weary Yet", einem sehr bewegten Spiritual.

Die überlieferte Weise "Maria durch ein Dornwald ging" sang Helen Müller mit stubtiler Musikalität. Auch das südafrikanische "Kum Ba Ya" präsentierte sie mit viel Gefühl. Eine weitere irische Überlieferung, "Be Thou My Vision", bearbeitet vom irischen Komponisten Seoirse Bodley, sang Tatjana Sigel ebenso mit inniger Empfindung wie das monumentale Spiritual "Stan' still Jordan".

Mit strahlender Stimme präsentierte Anne Lisa Wiesinger Telemanns euphorische Arie "Jauchzet frohlocket" sowie "Adeste fideles" mit nahezu perfekter Koloratur und im späteren Teil des Konzerts eine hinreißende Interpretation des Spirituals "Jesus, Oh What a Wonderful Child". Etwa in der Mitte des Programms bot das Querflötenensemble von Rainer Frank eine besondere Einlage mit dem ersten Satz aus "Vivace" von Pepusch und den außergewöhnlichen Kanon in D von Pachelbach. Ein weiterer Instrumentalbeitrag war die Sonate in A-Moll von Bach, virtuos und stilistisch treffsicher vorgetragen von Martin Hermann an der Altbockflöte und Noemi May am Klavier.

Das sehr spät veröffentlichte Werk "Süßer Blumen, Abramflocken" von Händel sang Martina Hanßum, Sopran, mit viel Glanz in Stimme und Ausdruck. Ihr weiterer Solovortrag "When I Get Home", ein melancholisches Spiritual über Tod und Erlösung, war ebenfalls sehr überzeugend und mitreißend interpretiert. Sissilia Stieglmeier, Mezzosopran, bewegte mit ihrem Vortrag des Spirituals "An' I couldn't Hear Nobody Pray" ebenso wie in dem Duett mit Martina Hanßum "Ich harrete des Herrn" von Felix Mendelssohn, welches melodisch und rhythmisch sehr anspruchsvoll ist und von den beiden Sängerinnen aufwühlend und mitreißend interpretiert wurde.

Die Sopranistin Ingrid Vogel glänzte in ihrem ersten Vortrag "Panis Angelicus" mit großer Stimme und musikalischem Feinsinn, ebenso wie in dem einfühlsamen "Ave Maria" von Caccini und ihrem Solopart im Abschlussgesang "Mary Had A Baby", das von allen Gesangsschülern stimmungsvoll passend zu Weihnachten vorgetragen wurde.

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