Lokales

Sportförderung durch die Stadt bleibt 2005 stabil

Von breiter personeller Kontinuität geprägt war die Mitgliederversammlung des Kirchheimer Stadtverbandes für Leibesübungen (SfL) am Freitag im Vereinsheim der Turngemeinde Kirchheim.

HELGE WAIDER

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KIRCHHEIM Nach der Zäsur vor drei Jahren, als der SfL eine Verjüngung des Vorstandes und der Beisitzer vollzogen hatte, verliefen die anstehenden Neuwahlen unspektakulär. Wie schon in den letzten sechs Jahren heißt der Vorsitzende des Kirchheimer Sport-Dachverbandes Siegfried Hauff. Ihm zur Seite stehen Wolfgang Sahm (Schriftführer), Otto Höfle (Schatzmeister) sowie Helmut Blasi. Der "Chef" des TSV Ötlingen ist zweiter Vorsitzender und übernimmt kommissarisch auch weiterhin die Funktion des Technischen Leiters, die erneut nicht besetzt wurde.

SfL-Vorsitzender Hauff begrüßte zunächst den von Lenningen nach Kirchheim verlegten Mountainbikeclub MTB-Teck als jüngstes Mitglied im Stadtverband und ließ anschließend in seinem Rechenschaftsbericht die dreijährige Legislaturperiode Revue passieren. Er erinnerte an das Landeskinderturnfest 2003 sowie die Modellflug-Weltmeisterschaften im gleichen Jahr als herausragende sportliche Ereignisse, die neben den bereits gewohnten Großveranstaltungen wie den Hahnweidwettbewerben im Segelflug und dem Radrennen um den Alleenring den Status "Sportstadt Kirchheim" weiter unterstrichen hätten.

Zum Thema "Sportförderung" begrüßte Hauff nach der zehnprozentigen Kürzung im Jahr 2004 die Entscheidung von Gemeinderat und Verwaltung, für 2005 die gleiche Förderhöhe zuzusagen wie im Vorjahr. Ebenso positiv erwähnte der Vorsitzende die Solidarität der Kirchheimer Sportvereine beim kurzfristig angesetzten Sportstätten-Boykott am 8. Dezember 2004 wegen der geplanten Mittelkürzungen durch das Land Baden-Württemberg. In einem folgenden Pressegespräch mit den Landtagsabgeordneten Carla Bregenzer (SPD) und Karl Zimmermann (CDU) habe der SfL und seine vier großen Mitgliedsvereine weiter dagegen protestiert und etwaige Konsequenzen aufgezeigt. Einen Erfolg habe es daraufhin im Landtag gegeben, als die "Übungsleiterpauschale" gerettet wurde. Dies sei aber leider, so Hauff weiter, zu Lasten anderer Förderungen gegangen.

Einen Sonderapplaus erfuhr nochmals die (vorübergehende) "Rettung" des Kirchheimer Hallenbads für die wassersporttreibenden Vereine. Nachdem der Gemeinderat bereits das "Aus" im Jahr 2004 anvisiert hatte, war es, so der SfL-Vorsitzende weiter, nicht zuletzt dem Engagement der Vereine zu verdanken, dass es zunächst einmal weitergehe. Gleichzeitig wurde in diesem Zusammenhang auch zum Thema "Schlüsselgewalt der Vereine" ein (erfolgreiches) Pilot-Projekt initiiert.

Zum Thema Sportstättensituation schlug Hauff den Bogen von der ebenso aktuellen wie auf Grund unglücklicher Kommunikation auch missverständlichen Diskussion um die Eduard-Mörike-Halle über die Tendenz zur (mittelfristigen) Sanierung der Naberner Gießnauhalle (statt längerfristigem Neubau) bis zur Rauner-Schulsporthalle. Bei deren Planung sei zu begrüßen, dass ein "Schildbürgerstreich" vermieden wurde und die Halle angesichts von "nur" 150000 Euro Mehrkosten nun drei- statt zweiteilig geplant würde.

Kritisch betrachtet wurde erneut der traditionelle "Ball des Sports", der in diesem Jahr am 19. November stattfinden wird. Der sportgesellschaftliche Höhepunkt sei, bedingt durch hohe Qualität der Darbietungen, gestraffte Abläufe und eine gute Moderation auf dem richtigen Weg. Eine Tatsache, die auch Schatzmeister Otto Höfle an Hand von Zahlen bestätigte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe der SfL, auch ausgelöst durch einen gut besuchten Ball des Sports, einen Gewinn von 118,93 Euro erwirtschaftet. Die Kassenprüfer Hans Pawlik und Richard Gubo bescheinigten dem Schatzmeister vorbildliche Arbeit.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sagte, dass das Jahr 2004 ein eher ruhiges Sportjahr gewesen sei. Solche Jahre seien unverzichtbar, damit die ehrenamtlich Tätigen neue Kräfte sammeln könnten. Auch für die Oberbürgermeisterin stellt der jährliche Ball des Sports einen gesellschaftlichen Höhepunkt dar. Der Hinweis, dass die Stadt kürzlich anstelle des seitherigen Pächters der Stadthalle ein Pachtverhältnis mit der Betreibergesellschaft des Teckcenters eingegangen sei und für die Bewirtschaftung von Veranstaltungen nun diverse Cateringunternehmen zur Verfügung stünden, wurde seitens des Auditoriums auch mit Applaus aufgenommen.

Zur Sportstättensituation bestätigte das Stadtoberhaupt die dreiteilige Planung des rund 2,8 Millionen Euro teuren Neubaus der Rauner-Schulsporthalle. Die gewünschte Bewegungslandschaft im dritten Teil sei jedoch nur über ein Sponsoringprojekt umsetzbar. Bei der generellen Ausstattung der Halle solle ein aus Verwaltung, Architekt und SfL gebildeter Arbeitskreis Mitspracherecht erhalten. Die so genannten "runden Tische" als Gesprächsplattform kündigte Matt-Heidecker ab Juni an. Die vom SfL entworfene Hallen-Benutzungsordung werde ebenso ein Thema sein, wie die Sportstätten-Schlüsselgewalt der Vereine und der Workshop zum Hallenbad-Neubau.