Lokales

Sprachförderung im Vorschulalter

Umfassende Informationen über die "Sprachförderung im Vorschulalter" der Landesstiftung Baden-Württemberg und speziell über die Entwicklung der Sprachförderung in Kirchheim präsentierte die Sprachheilpädagogin Waltraud Lang in der jüngsten Sitzung des Kirchheimer Finanz- und Verwaltungsausschusses.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Mit einem Zitat von Ludwig Wittgenstein "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" eröffnete sie ihren umfassenden Überblick über den Stand der Sprachförderung im Vorschulalter und erinnerte zunächst daran, dass schon seit über 25 Jahren in Kirchheim Sprachförderung für Migrantenkinder nach dem sogenannten "Denkendorfer Modell" durchgeführt wird.

Ehrenamtliche Sprachhelferinnen betreuen ein bis zwei Mal wöchentlich Kinder im Kindergarten. Auf spielerische Art wird ihnen mit Liedern, Reimen, Rollenspielen, Spielen und Gesprächen hauptsächlich Wortschatz vermittelt und ihre Ausdrucksfähigkeit geschult.

Seit 2003 bietet die Landessstiftung Baden-Württemberg das Projekt "Intensive Sprachföderung im Vorschulalter" an, bei der sich die Stadt Kirchheim im Kindergartenjahr 2004 / 2005 mit insgesamt sechs Gruppen beteiligte. Die Landesstiftung macht dabei genaue Vorgaben hinsichtlich der Förderziele und der Förderzeit. Die Unterrichtsstunden betragen pro Kindergartenjahr 120 Stunden und sollen vier Mal die Woche jeweils eintündig durchgeführt werden.

Den Unterricht erteilen Mentorinnen, die pädagogische Fachkräfte sein müssen und von der Sprach- und Lerntherapeutin Waltraud Lang betreut werden. Alle vier bis sechs Wochen findet eine Mentorinnenbesprechung statt, bei der die Unterrichtsplanung abgestimmt wird. Die Mentorinnen dokumentieren den Verlauf und die Fortschritte der Kinder.

Mit Hilfe von Sprachstandserhebung werden für jedes einzelne Kind individuelle Förderziele formuliert. Die Mentorinnen fertigen Unterrichtsplän an, die der Landessstiftung zur Genehmigung eingereicht werden müssen. Erst nach Erteilung der Genehmigung kann mit dem Unterricht begonnen werden.

Neu an dieser Sprachförderung ist die Stundenzahl, die genaue Auswahl der Kinder und dass auch deutsche Kinder daran teilnehmen dürfen. Wie Waltraud Lang den Ausschussmitglioedern aufzeigte, sind as in manchen Kindergärten bis zu ein Drittel der insgesamt teilnehmenden Kinder. Nach Abschluss der gesamten Förderung beurteilen die Erzieherinnen die Fortschritte der Kinder und dokumentieren dies in einem Spracherhebungsbogen, der ausgewertet und gemeinsam mit dem Abschlussbericht an die Landesstiftung geschickt wird.

Im Kindergartenjahr 2005 / 2006 wird seit vergangener Woche in Kirchheim in inzwischen neun Gruppen eine solche Intensive Sprachförderung durchgeführt. Ziel für 2006 /2007 wird sein, in allen Gruppen, die Bedarf haben, die Intensive Sprachförderung durchzuführen. Wie abschließend mitgeteilt wurde, betrug die Gesamtsumme der für die Sprachförderung im Kindergartenjahr 2004 / 2005 von der Stadt zu tragenden Aufwendungen 2001 Euro oder rund 333 Euro pro Gruppe.