Lokales

"Spürnasen auf vier Pfoten" vor Kommission

Die Rettungshundeteams der Rettungshundestaffel Nürtingen vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Nürtingen-Kirchheim absolvierten erfolgreich eine weitere Jahreshauptprüfung.

NÜRTINGEN Um beim Deutschen Roten Kreuzes als Rettungsteam eingesetzt werden zu können, müssen sich die Teams nach einer erfolgreichen "Grundausbildung" jährlich einer weiteren Prüfung unterziehen. Hierbei wird die Einsatzfähigkeit des Hundes sowie der Hundeführerin oder des Hundeführers als Team überprüft.

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Insgesamt 17 Flächenhundeteams und neun Trümmerhundeteams standen vor den zwei Bundesverbandsprüfern vom Deutschen Roten Kreuz, Helga Glaser aus Sigmaringen und Almuth Schaefer aus Reutlingen. Die Teams überzeugten am Samstag in der ersten Prüfungsabteilung, den Gehorsamsleistungen, mit einer guten Ausführung.

In der zweiten Abteilung, der Gerätearbeit beziehungsweise der Gewandheitsprüfung wurde es schon etwas kniffliger. Die Hunde mussten über beweglichen Untergrund und über steil gestellte Leitern laufen und durch enge Röhren kriechen. Auch hier konnten alle Prüflinge die Aufgaben erfüllen. In einem weiteren Prüfungsteil galt es eine vermisste Person in einem Waldgelände aufzuspüren. Zunächst mussten die Hundeführer sich durch Befragen des "Einsatzleiters" die nötigen Informationen über die Lage verschaffen und anschließend ihre Einsatztaktik festlegen.

Wird dann der Hund von seinem Hundeführer mit dem Kommando "Such und hilf" losgeschickt, bleibt dem Team eine Zeit von zehn Minuten, um die vermisste Person aufzufinden. Der Hund soll sich dabei vom Hundeführer lösen und völlig frei ein etwa 15 000 Quadratmeter großes Waldstück absuchen. Um die menschliche Witterung aufnehmen zu können tut er dies, ohne sich durch vorhandene Wildspuren ablenken zu lassen, meist mit hoher Nase. Das Auffinden der "vermissten" Person zeigt der Hund durch anhaltendes Bellen. Er verbleibt bis zum Eintreffen seines Hundeführers an der Fundstelle. Erst nach einer erfolgreichen Durchführung der sanitätsdienstlichen Versorgung des "Patienten" ist dann auch diese Überprüfung abgeschlossen. Bis auf ein Hundeteam, haben alle Prüflinge diesen wichtigen Teil mit Erfolg bestanden.

Am Sonntag standen in zwei Schadensgebieten die Trümmerprüfungen auf dem Programm. Dafür standen eine große Bauschutt-Recyclinganlage einer Ebersbacher Firma zur Verfügung sowie in Weilheim ein Areal in der Stadtmitte auf dem mehrere Gebäude im Abriss stehen. Die Hunde mussten diese Trümmerbereiche nach einer unbekannten Zahl von "Verschütteten" absuchen. Dazu hatte jedes Rettungshundeteam pro Anzeigestelle maximal zehn Minuten Zeit. Auch hier erfüllten bis auf zwei Hundeteams die Prüfungsanforderungen zum Teil mit beachtlichen Leistungen.

Wie schnell aus Übungen ernst werden kann, zeigte die schnelle Einsatzbereitschaft der Rettungshundestaffel vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Nürtingen-Kirchheim noch vor einer Woche, wo sie bei einer schrecklichen Wohnhausexplosion in Tuttlingen erfolgreich eingesetzt wurde. Großes Inte-resse an dieser Trümmerprüfung zeigte auch der Besuch der Weilheimer Bevölkerung. Den Zuschauern wurde eindrucksvoll und hautnah ein "Einsatz" von Rettungshunden vor Augen geführt. Am Ende erhielten die Teilnehmer, die erfolgreich alle Prüfungsteile gemeistert hatten, Urkunden und Plaketten, welche die Einsatzfähigkeit für ein weiteres Jahr bestätigen.

Die Rettungshundestaffel Nürtingen verfügt nun nach dieser Prüfung insgesamt über 23 Flächen-, sieben Trümmer- und drei Wassersuchhundeteams. Weiter werden noch zwei Man-Trailer-Teams vorgehalten, welche sich in diesem Jahr in Amerika einer besonderen Einsatz-Überprüfung unterziehen mussten. Im laufenden Jahr die Rettungshunde-staffel Nürtingen, deren Hundeführer alle ehrenamtlich mit ihren "Spürnasen auf vier Pfoten" tätig sind und die zu den erfolgreichsten und größten Staffeln Deutschlands gehört, zu 92 Einsätzen in ganz Süddeutschland gerufen, wobei viele Einsätze hiervon mit Lebendrettungen abgeschlossen werden konnten.

ra