Lokales

Stadt steigt in Betreuung Zweijähriger ein

Vom Kindergartenjahr 2006/2007 an steigt die Stadt Weilheim in die Betreuung für Kinder unter drei Jahren ein: Im Kindergarten Lerchenstraße werden für die Steppkes sechs Plätze geschaffen und gleichzeitig die Öffnungszeiten verändert.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

WEILHEIM Deckten in Weilheim bislang der Verein Kinderspielgruppen, der Freie Kindergarten Weilerweg und einige Tagesmütter das Feld der Betreuung unter Dreijähriger ab, so sieht die Stadt es inzwischen auch als ihre Aufgabe an, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz verpflichtet Städte und Gemeinden im übrigen vom Jahr 2010 an, ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder unter drei Jahren bereitzuhalten.

Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die bestehende Kleingruppe mit zehn Plätzen im Kindergarten Lerchenstraße um sechs Plätze für die Betreuung von Kindern zwischen zwei und drei Jahren aufzustocken. Damit folgte das Gremium dem Vorschlag des Kindergartenausschusses. "Wir wollen nicht den Weg anderer Gemeinden gehen, die Zweijährige in Gruppen mit Fünf- und Sechsjährigen geben", sagte Bürgermeister Hermann Bauer. Kinder, die bald in die Schule kommen, bräuchten eine andere Form der Betreuung als unter Dreijährige. Vorrangig sollen deshalb jüngere Sprösslinge bis im Alter von vier Jahren in der Gruppe untergebracht werden. Anschließend könnten die Kinder in eine andere Gruppe in der Lerchenstraße oder in einen anderen Kindergarten wechseln.

Außerdem sollen die Öffnungszeiten der Gruppe geändert werden: Montags bis freitags ist sie jeweils von 7 bis 13 Uhr geöffnet. "Damit ermöglichen wir Müttern beziehunsgweise Vätern halbtags zu arbeiten", so der Rathauschef. Die sechs Plätze sollen vorrangig berufstätigen Eltern zur Verfügung stehen. Weil Zweijährige rechnerisch zwei Plätze belegen, werden für sie höhere Gebühren erhoben. Das Gremium einigte sich auf den anderthalbfachen Satz der Regelgebühr. Für die Stadt ist das Angebot mit Mehrkosten von 20 000 Euro im Jahr verbunden.

Bereits jetzt hat die Stadt drei Vormerkungen für Kinder unter drei. Sollten die sechs Plätze nicht ausreichen, müsste sich Hermann Bauer zufolge der Kindergartenausschuss erneut Gedanken machen.

Gemeinderat Albrecht Narr begrüßte den frühzeitigen Einstieg der Stadt in die Betreuung der Zweijährigen. Erst am Anfang einer Entwicklung sieht Gerda Schrägle die Stadt mit dem Angebot und Friedrich Haberstroh lobte die gute pädagogische Vorbereitung des Vorhabens.