Lokales

Staffel-Träume nach Sturz von Anja Wackershauser geplatzt

Tragisches Ende der VfL-Staffelträume bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Leipzig: Nach einem Sturz der geschwächten Anja Wackershauser war kurz nach dem ersten Wechsel im Zwischenlauf Endstation. Die Enttäuschung beim Kirchheimer Tross hielt sich jedoch in Grenzen.

PETER EIDEMÜLLER

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LEIPZIG Der erhoffte Einzug in den Endlauf ist der 4 x 200-m-Staffel des VfL Kirchheim am Samstagnachmittag verwehrt geblieben. Nachdem Katja Holder im Zwischenlauf als Startläuferin das Holz an die noch angeschlagene Anja Wackershauser (Nachwehen einer Lungenentzündung) übergeben hatte, stürzte diese nach wenigen Metern. "Die Beine waren noch etwas schwach", so VfL-Coach Micky Corucle, der seine Athletin nach dem Missgeschick tröstend in die Arme nahm. Abgesehen von ein paar Schürfwunden blieb Wackershauser unverletzt. "Schon der Wechsel hat nicht besonders gut geklappt", meinte Katja Holder, die alles in allem aber erleichtert war, den Stab an ihre Teamkameradin übergeben zu können. "Wir waren alle froh, dass Anja überhaupt mitgelaufen ist."

Dabei verlief der Auftakt in der "Arena Leipzig" aus VfL-Sicht verheißungsvoll. Das VfL-Quartett Ann-Kathrin Fischer, Anja Wackershauser, Melanie Föll und Valerie Hess (Holder wurde für ihren Einsatz über 200 m in der Einzelkonkurrenz geschont) war am Vormittag in 1.43,86 Minuten Vorlaufdritte geworden und hatte sich so für den Zwischenlauf qualifiziert dort dann das Aus nach dem Sturz. Mit ihrer Vorlaufzeit wären die Kirchheimer Mädels im B-Endlauf Fünfte geworden, deutscher Meister wurde die Mannschaft des Erfurter LAC in 1.38,34 Minuten vor Bayer Leverkusen (1.38,40) und dem SC Magdeburg (1.39,04). "Dass wir den Zwischenlauf erreicht haben, war aber auch schon ein Erfolg", war Katja Holder dennoch zufrieden.

Über 200 m erreichte die 18-jährige Lenningerin nach 25,27 Sekunden den zweiten Platz im B-Endlauf, nachdem sie im Vorlauf 25,13 Sekunden gelaufen war. "Ich hatte im Vorfeld auf eine Zeit unter 25 Sekunden spekuliert", so Holder, "aber ich war ein bisschen zu nervös." Ihr Coach Micky Corucle sieht dennoch die Leistungen des vergangenen Jahres bestätigt. "Katja hat ihre Position im nationalen Vergleich gehalten. Da ist jetzt eine starke B-Jugendgeneration in die A-Jugend gekommen. Die Resultate machen mir Mut."

Eine Aussage, die auch auf den größten Erfolg einer VfL-Athletin an diesem Wochenende zurückzuführen ist: Ann-Kathrin Fischer belegte im Endlauf über 60 m den vierten Platz, schrammte nur um neun hundertstel Sekunden am Bronzeplatz vorbei. "Bis zehn Meter vor dem Ziel war sie sogar noch Zweite", so Corucle, der bereits den Lohn für Fischers starken Aufritt verkünden konnte: "Ann-Kathrin fährt kommendes Wochenende mit dem DLV zum Länderkampf nach Italien." Ihre VfL-Kolleginnen werden dann aller Voraussicht nach bei den nächsten deutschen Meisterschaften starten den der Aktiven in Karlsruhe. Dort wird auch der deutsche Doppelmeister über 60 und 200m , Tobias Unger, an den Start gehen. Beim Indoor-Meeting in Düsseldorf düpierte der Kirchheimer einmal mehr die Konkurrenz über 200 m, gewann in 20,89 Sekunden und blieb auf einer "langsamen Bahn" (Corucle) als einziger Läufer unter der Marke von 21 Sekunden. "Die Zeit geht in Ordnung ", ließ sich Unger nach dem Lauf zitieren. Zweiter wurde der Schwede Johan Wissman (21,04).