Lokales

Starke Jugend Kirchheim

Im "Jahr der Berufung", das die Diözese Rottenburg-Stuttgart 2007 ausgerufen hat, geht es darum, im eigenen Leben die Spur Gottes zu entdecken. Die aktuelle Shell-Jugendstudie korrigiert dabei das pauschale Bild der materialistisch eingestellten, unsozialen, egoistischen Jugend. Dies stimmt heute einfach so nicht.

Jugend ist vielschichtig, und vielleicht mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Menschen trauen sich Jugendliche heute in vielen Teilen der Welt, ihre Individualität zu leben und auch zu zeigen. Allerdings trauen die meisten Jugendlichen der Kirche nicht mehr zu, über die entsprechende Kompetenz in den Lebensfragen, die sie selber haben, zu verfügen. Kirche muss also umdenken; und das tun wir auch. Mit der Aktion "starke-jugend-kirchheim" initiiert die katholische Gesamtkirchengemeinde ein Programm, das darauf zielt, eine neue Lobby für Jugendliche aufzubauen und dabei Jugendliche in ihrer Entwicklung zu stärken.

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Darauf haben die Jugendlichen nicht gewartet, denn bereits ohne diese Aktion regt sich viel in diesen Tagen in Kirchheim. Die Wahl zum Jugendrat der Stadt war ein richtiger Erfolg für die Gewählten und alle, die sich zur Verfügung gestellt haben, noch mehr aber für die Jugendarbeit insgesamt. Seit über zehn Jahren vernetzen sich Jugend- und Sozialamt mit freien Trägern der Jugendarbeit zu einem vorbildlichen Netzwerk, das nicht nur in Krisen interveniert, sondern zukunftsweisende Projekte der Integration und Förderung Jugendlicher anpackt. Aktuellstes Beispiel ist die Kooperation auch mit Erwachsenen im Rambouillet-Pavillon. Schon wieder über 30 Jugendliche aller Realschulen engagieren sich über ein halbes Jahr an Kirchheimer Altenheimen sozial und besuchen und betreuen Menschen, die nicht ihre Omas und Opas sind; begleitet und unterstützt vom spirituellen Zentrum "Oase" lernen sie anschaulich vom und über das Leben. 30 Jahre Brückenhaus stehen in der Jugendagentur zusammen mit KIZ, Intakt, Inbus und Paulinenpflege für erfahrene, professionelle und engagierte Jugendarbeit in unserer Stadt. Die Jugendarbeit aller christlichen Kirchen und Gemeinden, von Apis, CVJM, EJW über Domino bis Zeltlager legt ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass Kirche sehr wohl darum weiß, wie wichtig Orientierung und Wegweiser auf so einem Lebensweg sind.

Biblisch gibt es vielleicht nicht viele, aber dafür umso beeindruckendere Beispiele dafür, dass Gott mit weitaus mehr Hoffnung auf Jugend baut als manchmal sein Bodenpersonal. "Sag nicht, ich bin noch zu jung", ruft er dem jungen Jeremia zu, den er sich zum Propheten ausgesucht hat. Prophet sein, das ist kein Traumjob. Wer hört schon auf einen Jugendlichen, der noch dazu unangenehme Wahrheiten aussprechen soll. Doch Gott weiß für gewöhnlich, was er tut. "Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten" Spruch des Herrn.

So steht das Projekt "starke-jugend-kirchheim" für die Stärkung und das Vertrauen darauf, dass Jugendliche ihre Wege selbstbewusst und eigenverantwortlich gehen können. Kirche und Gemeinde und darüber hinaus auch alle, die sich eine Meinung über Jugendliche bilden oder vielleicht sogar neu bilden wollen, tun gut daran, auf die Weisheit der Bibel zurückzugreifen. "Niemand soll dich wegen deiner Jugend gering schätzen. Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit" und das ist nun wirklich keine Frage des Alters. Wolfgang Müller, Pastoralreferent, Katholische Kirchengemeinde Maria Königin, Kirchheim