Lokales

Starköche und Landfrauen gemeinsam am Herd

Landfrauen aus Baden-Württemberg, darunter sechs vom Landfrauenverein Owen, waren bei der Grünen Woche in Berlin auf dem Erlebnisbauernhof als Botschafterinnen heimischer Agrarprodukte eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe war es, bei der Darstellung der Wertschöpfungsketten das Bindeglied zwischen Erzeugern und Verbrauchern herzustellen.

OWEN/BERLIN Der ErlebnisBauernhof ist eine der Hauptattraktionen der Internationalen Grünen Woche in Berlin, der jährlich stattfindenden weltgrößten Fachmesse der Land- und Ernährungswirtschaft. Auf einer Fläche von über 6000 Quadratmeter gab es Landwirtschaft zum Anfassen mit 80 Ausstellungspartnern der Ernähungs- und Landwirtschaft. Bereits in der Messe-Halbzeit konnte in dieser Halle eine Steigerung der Besucherzahl von nahezu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Insgesamt zählte der Erlebnisbauernhof 410 000 Besucher. Als Sympathieträger mitten drin waren die Landfrauen.

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Der Erlebnisbauernhof zeigte realistische Einblicke in die moderne, zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft Deutschlands. Die angebotenen Informationen wurden unter anderem über landwirtschaftliche Produktionsketten, Qualitätssicherung, artgerechte Tierhaltung und Pflanzenschutz angeboten. In unmittelbarer Nähe des Kuhstalls mit 20 Milchkühen befand sich eine Schaukäserei, die einen Einblick in die Herstellung von Käse und Butter bot. Die Kühe wurden mit Melkrobotern gemolken, über eine Milchleitung flossen täglich 400 Liter Milch in die Schaukäserei. Ebenso konnten die Besucher auf einem Fleischpfad und einer gläsernen Wurstküche die Fleisch- und Wurstproduktion verfolgen. Bei der Verkostung von Feinkostwurstwaren und Biokäse zeigte Marie-Luise Hiesinger ihr Fachwissen.

Eingerahmt von einem Weizenfeld gab es in einer gläsernen Schaubäckerei Informationen, Backvorführungen und Verkostungen. Rund um Zuckerrüben und Zucker informierte die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker die Messebesucher. Der Weg führte über die Pflanze und die Verarbeitung bis zum Endprodukt. In einer kleinen Showküche wurde von zwei Owener Landfrauen mehrmals täglich Marmelade gekocht. Margitta Hofmann moderierte diese Aktionen professionell und vermittelte viele praktische Tipps rund um die Marmeladeherstellung. In kleinen Gläsern abgefüllt wurde diese dann an die Besucher verteilt. Insgesamt wurden rund 500 Gläschen frisch hergestellte Marmelade mit Rezepten ausgegeben.

In einem knapp 1000 Quadratmeter großen Obst- und Gemüsegarten blühten 250 Apfelbäume. Der Weg führte auf dem Obstpfad von der Apfelblüte über den Apfel am Baum und endete an der Saftpresse, an der der frisch gepresste Saft gleich probiert werden konnte. "Mittendrin stand ein Schlepper und ein mit Obstkisten vollbeladener Anhänger", erzählt Brigitte Steinwender. In der gläsernen Mosterei wurden täglich 1500 Liter Apfelsaft gepresst. Der frisch gepresste Saft war so beliebt, dass sich vor dem Ausschank oft Warteschlangen bildeten, auch hier waren die Landfrauen in Aktion. Zusätzlich konnten sich die Besucher bei einer Apfelverkostung über die verschiedenen Apfelsorten informieren. Großes Interesse zeigte sich bei den neuen Sorten Rubens und Kanzi. Beate Bouchner und Barbara Rittner-Schmid waren pausenlos und unermüdlich mit dem Präsentieren, Verkosten und Informieren von beliebten Apfelsorten beschäftigt. Täglich wurden 8750 Äpfel frisch an die Messegäste verschenkt.

In einer exzellent ausgestatteten Showküche kochten TV Star-Köche wie Ralf Zacherl, Horst Lichter, Frank Buchholz, Stefan Marquard und die Coolcooks, moderiert wurde die Sendung von Britta von Lojewski. Die Journalistin ist Fernsehzuschauern vor allem als Moderatorin des "Kochduells" bekannt. Die Kochshow stand jeden Tag unter einem anderen Motto, viermal am Tag stellten die Köche jeweils eine Vor- und Hauptspeise her. Wichtigste Bestandteile waren frisches Fleisch von Rind, Schwein und Huhn sowie frisches Gemüse. Hier hatte die Owenerin Brigitte Steinwender die Gelegenheit, mit den Star-Köchen zu kochen beziehungsweise diese bei der Arbeit zu unterstützen. Die Moderatorin Britta von Lojewski konnte geschickt die Landfrauen- und Fachfrauentätigkeit in das Interview auf der Showküche mit einbinden und so wurden die Besucher nebenbei über diese wichtige und vielfältige Aufgabe der Fachfrau zur Verkaufsförderung informiert.

Die Arbeit der Frauen beschränkte sich nicht nur auf das Kochen, sondern sie informierten auch am Stand des Deutschen Landfrauenverbandes (DLV) die Messebesucher über das neueste Projekt des Verbands den Ernährungsführerschein. Erika Lenz, Präsidentin des Deutschen LandFrauen-Verbandes, setzt große Hoffnungen auf die Kinder. Deswegen gehen qualifizierte Landfrauen ab dem Schuljahr 2007/2008 in die Grundschulen. Dabei wollen sie Kindern Kenntnisse über gesunde Ernährung, Hygiene, Einkauf und Zubereitung von Nahrungsmitteln beibringen. Die Kinder können ihre Eltern erziehen, glaubt die Präsidentin.

Ein Quiz zum Thema Obst und Gemüse rundete das Angebot am Landfrauenstand ab. Zahlreiche prominente Besucher informierten sich am Stand des DLV, unter anderem Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Guido Westerwelle, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, Hans Heinrich Sander, Umweltminister Niedersachsen, Eckhardt Uhlenberg, Landwirtschaftsminister aus Nordrhein-Westfahlen, Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe, aber auch Lenningens ehemaliger Bürgermeister Gerhard Schneider.