Lokales

Start mit liberalem Selbstbewusstsein

Beim Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbands Esslingen in Aichtal gab sich Ulrich Noll kämpferisch: 150 Parteimitglieder stimmte der FDP-Fraktionschef im Landtag gegen einen Ausbau des Stuttgarter Flughafens ein. Aber auch für seine Kritik an Konzepten zu Gesundheitspolitik, Jugendgewalt und neue Lasten aus Berlin für die Kommunen erhielt er viel Applaus.

RALPH GRAVENSTEIN

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KREIS ESSLINGEN Für den FDP-Kreisvorsitzenden Ulrich Fehrlen war es ein Leichtes, die Liberalen auf die Themen von Noll einzustimmen. Er setzte zuweilen bissige Fragezeichen hinter die Bemühungen der beiden großen Volksparteien, die Mitte für sich zu definieren, die die Liberalen längst besetzt hätten. Amüsierten Zwischenapplaus gab es hierfür ebenso wie für die Mahnung zum Augenmaß, wenn für Kriminelle mit Migrationshintergrund einmal mehr rigorosere Abschiebung gefordert wird.

Unterstützung für liberale Positionen gab es sogar im Grußwort von Aichtals SPD-Bürgermeister Klaus Herzog, der sich voll hinter die Bemühungen stellte, die zweite Startbahn des Stuttgarter Flughafens zu verhindern. Das war die Steilvorlage für Ulrich Noll. "Das Flugzeug ist sicherlich nicht das Verkehrsmittel der Zukunft, um unsere Wirtschaft wieder besser in die Verkehrsströme einzubinden." Noll sprach sich erneut deutlich gegen den geplanten Ausbau des Stuttgarter Flughafens mit einer zweiten Startbahn aus: "Bei den absehbaren Kosten eines Ausbaus mit dem Geld des Steuerzahlers, müsste man mit rund einer Milliarde an Kosten rechnen. Da übersteigen schon die dafür zu zahlenden Zinsen den derzeitigen Gewinn des Flughafens um das Doppelte." Auch den Flächenverbrauch von 200 Hektar sieht er kritisch: "Es sind ja noch nicht einmal alle Flächen ausgeglichen, die man den Landwirten für die Neue Messe weggenommen hat." Zudem würden auch ökologische Aspekte gegen das Projekt sprechen: "Wir dürfen die Region auf den Fildern nicht überfordern." Viel besser sei es, den Airport in Söllingen endlich mehr Betrieb abwickeln zu lassen.