Lokales

Starthilfe auf dem Weg ins Berufsleben

Stefan ist 15 und macht im nächsten Jahr seinen Realschulabschluss. Wohin es danach gehen soll, weiß er noch nicht so ganz. Aber handwerklich zu arbeiten, das könnte er sich schon vorstellen. Zusammen mit seinem Vater ist er deshalb wie viele andere Jugendliche am Samstag zu der Ausbildungsmesse "Berufswelten 2006" nach Nürtingen gekommen, um sich über die Ausbildungmöglichkeiten zu informieren.

NICOLE MOHN

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NÜRTINGEN Vom Automechaniker über die Maurer und Zimmermannsleuten bis hin zu den vielfältigen Möglichkeiten im Maschinenbau gab die Ausstellung in der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule interessante Einblicke in die verschiedensten Jobwelten. Bereits zum zweiten Mal organisierte die Nürtinger Schule die informative Messe rund um die Berufsfelder Kfz, Metall, Bau, Holz und Farbe. "Das Interesse war unheimlich groß: Die Firmen kamen dieses Mal sogar auf die Schule zu, ob sie mitmachen können", berichtet Rektor Harald Fano. Drei neue Aussteller sind in diesem Jahr so dazu gekommen.

Auch dieses Mal legten die Organisatoren nicht nur Wert auf detaillierte Information der Besucher, sondern auch auf große Anschaulichkeit. "Wir möchten den Jugendlichen eine Orientierungshilfe an die Hand geben und nicht nur Infoblätter verteilen", sagt Schulleiter Fano. Das sei wichtig in einer Zeit, da es immer schwieriger werde, einen Ausbildungsplatz zu finden. Und die gibt es durchaus, betont der Schulleiter: "Nur nicht immer da, wo es sich die Schüler zunächst wünschen", gibt er zu bedenken. Die Messe bemüht sich deshalb, neben den Dauerbrennern wie Mechatroniker auf weitere attraktive Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen.

In den verschiedenen Werkstätten im Haus G der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule (PMHS) bot die Messe den Schülern am Samstag dazu einen Eindruck von der praktischen Arbeit der einzelnen Berufe. Hier durften die jugendlichen Berufssucher nicht nur Malern oder Maurern über die Schulter schauen, sondern selbst zum Werkzeug greifen. Selbst eine Gesellenprüfung für die Zimmerer (wenn auch keiner offiziellen) konnten die Besucher live miterleben.

Wer an einem der vielen Berufe Geschmack gefunden hat, für den bot sich zudem Gelegenheit, mit Ausbildern, Innungsmeistern und Lehrlingen der jeweiligen Sparte über ihre Arbeit zu sprechen, sich über Voraussetzungen und Erfahrungen aus erster Hand zu informieren oder auch erste Kontakte zu den Betrieben zu knüpfen. In diesem Jahr bot die Messe wieder über 200 Ausbildungsplätze aus den Bereichen Esslingen/Nürtingen sowie dem Kreis Göppingen. Ergänzend dazu gab es an den zahlreichen Infoständen kompetente Fachberatung von den Mitarbeitern von Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit oder der Kreishandwerkerschaft. "Alles ist offen und unverbindlich, jeder kann sich das rauspicken, was ihm gefällt", so Fano.

Die PMHS nutzte zudem die Gelegenheit, ihr breites schulisches Angebot den Jugendlichen vorzustellen. Vom Berufsvorbereitungsjahr bis zur Fachhochschulreife und Abitur bietet die technische Schule insgesamt elf Schularten. "Kein Abschluss ohne Anschluss" heißt das Motto an den Berufsschulen in Baden-Württemberg. So bietet beispielsweise das dreijährige Berufskolleg Zusatzqualifikationen in ihrem Beruf, sie können sich so Chancen für eine mittlere und gehobene Führungsposition erarbeiten.

Das Konzept der "Berufswelten" ging auch in diesem Jahr wieder voll auf. Schon in den Vormittagsstunden drängten sich zahlreiche Besucher an den Ständen und in den Werkstätten. Die beiden Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich (CDU) sowie Rainer Arnold (SPD), Nürtingens Bürgermeister Rolf Siebert, der Oberbürgermeister Otmar Heirich vertrat, und der Landtagsabgeordnete Jörg Döpper (CDU) verschafften sich am Samstag ebenfalls einen Überblick über die breite Palette der Ausbildungsberufe.

Trotzdem vermag Rektor Fano noch nicht zu sagen, ob es schon im kommenden Jahr wieder eine Messe in diesem Format geben wird. "Vielleicht wechseln wir in einen zweijährigen Modus", so der Schulleiter. Entscheiden will die Schule das, wenn die Feedback-Zettel, die an die Aussteller ausgegeben wurden, ausgewertet sind. "Auf jeden Fall machen wir im kommenden Frühjahr aber einen Tag der offenen Tür in unserem neuen Gebäude", verriet Fano. Der Schwerpunkt wird dieses Mal auf dem hier untergebrachten Kfz-Bereich liegen.