Lokales

Steg sorgt für eine lebhafte Diskussion

Es ist ein wichtiger lokalpolitischer Knackpunkt, über den die wahlberechtigten Dettinger im kommenden Jahr im Rahmen eines Bürgerentscheids abstimmen können: Soll ein Steg über die Gleisanlagen und die Bundesstraße die Anbindung der beiden Ortsteile gewährleisten, oder bringt der Aus- und Umbau der bestehenden Unterführung nicht den gleichen Erfolg?

DETTINGEN Das große Fragezeichen schwebte auch bei den örtlichen Sozialdemokraten, die sich bei ihrer Veranstaltung "Dettinger Forum" ausgiebig mit der brisanten Thematik befassten. Der Dettinger Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Joachim Eberlein, wie auch Gemeinderat Dietmar Vogt erklärten einleitend kurz die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bürgerentscheid. Demnach müssen 25 Prozent der Stimmberechtigten teilnehmen bei dieser "wichtigen Gemeideangelegenheit ". Ist dies der Fall, sei das Ergebnis bindend.

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Dass sich die Dettinger Sozialdemokraten sowohl in der Sache als auch im Verfahren nicht unbedingt einig sind, zeigten die Stellungnahmen und die Diskussionsbeiträge. Während Gemeinderat Dietmar Vogt den Bürgerentscheid zwischenzeitlich akzeptiert, obwohl er sagte: "Den hätten wir gar nicht gebraucht", fand der örtliche Vorsitzende die Vorgehensweise "logisch und richtig".

Zur Sachfrage selbst stand Diplomingenieur Fischer vom zuständigen Planungsbüro zur Verfügung. Der Fachmann skizzierte kurz die drei Möglichkeiten die für eine Übertrassung in Betracht gezogen wurden. Nach Diskussion im Ratsrund und Sichtung sei nur die Variante "Mitte" infrage gekommen: eine Ausarbeitung als Rampenlösung ab dem Bahnhof in nördlicher Richtung, auf bis zu 6,30 Meter hohen Stelzen, bei einer Steigung von rund sechs Prozent und dem Auslauf in den Rauberweg Richtung Schulzentrum.

Die Dettinger Sozialdemokraten präsentierten eine alternative Lösung. Hermann Pölkow, Architekt und langjähriger Gemeiderat, hatte sich mit der Sachlage eingehend befasst und setzte auf eine "veränderte, aufgewertete, attraktive Unterführung". Ausgehend von der Fragestellung, wer den Steg überhaupt benützt, und auch im Hinblick auf die Sichtästhetik zum renovierten Bahnhofsensemble, favorisiert Pölkow als "ideale Lösung" eine farbenfreudige, gut belüftete und im Zugangsbereich einladende Variante. "Es ist bei der bestehenden Infrastruktur nicht sinnvoll, nach oben zu gehen", beschwor er die Anwesenden. "Sollen wir wirklich die bestehende Unterführung zuschütten?"

Selbst im Bereich der Finanzierung sieht der Sozialdemokrat nur positive Aspekte. Da die Bundesstraße in absehbarer Zeit ausgebaut werden soll, sei zwangsläufig eine Erweiterung der Unterführung notwendig. "Hier kann man ein Paket schnüren, die Unterführung attraktiv und behindertengerecht zu realisieren ohne größere Aufwendungen der Gemeinde". Gewährleistet sei, so Herrmann Pölkow, eine emotional akzeptierte Achse vom Guckenrain über den Rauberweg in die Ortsmitte.

Die anschließende Diskussion wurde äußerst strittig geführt. Angerissen wurden Fragen zu Kosten und Bezuschussung wie auch zu Akzeptanz und Sicherheit bezüglich beider Varianten. Das Votum haben letztlich die Dettinger selbst. Der Ortsverein wird in weiteren Veranstaltungen und mit einem Informationsblatt informieren.

mag