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Stehen auf dem Schöll-Areal bald Wohnhäuser?

ANNELIESE LIEB

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NÜRTINGEN "Ich bin zuversichtlich, dass die Baumaßnahme in einem überschaubaren Rahmen umgesetzt werden kann", sagte Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich in der jüngsten Ratssitzung. Die Umwandlung der Gewerbebrache zu Wohnzwecken zieht sich seit Jahren wie Kaugummi. Bereits im Jahr 2000 fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Ganz unterschiedliche Gebäude sollten am Fuß des Galgenberges entstehen.

Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Der letzte Investor ist vor zwei Jahren wieder abgesprungen. Stadtverwaltung und Gemeinderat hoffen nun, dass es dieses Mal vorwärtsgeht. "Für Nürtingen ist es eine positive Entwicklung, wenn auf dem ehemaligen Brauereigelände Wohnhäuser entstehen", meinte OB Heirich. Er sieht hier ein attraktives Gebiet für junge Familien im Entstehen.

Seine Fraktion, so Norbert Morgenthaler (CDU), begrüße die Schaffung von Wohnraum im innerstädtischen Bereich. Auch die Freien Wähler freuen sich, dass auf dem ehemaligen Brauereigelände endlich etwas passieren soll. Der Hang werde von der Bebauung profitieren, ist Jürgen Balz überzeugt. Gut sei, dass die Heinrichsquelle vom Bauvorhaben nicht betroffen sei und hoffentlich noch lange bestehen bleibe.

Mit der Brauerei verschwinde ein wichtiger Teil der Nürtinger Stadtgeschichte, stellte Erika Maag-Brammer (SPD) fest. Der Zizishäuser Gemeinderätin missfällt im Bebauungsplan die wenig kreative Blockgestaltung. Sie hofft jetzt, dass bei der Weiterentwicklung der Pläne manches noch verändert wird und auch die Klima- und Umweltmaßnahmen eingehalten werden.

Auf eine gute architektonische Lösung hoffen auch die Ratsmitglieder der Nürtinger Liste/Grüne. Ihre Devise, Innenentwicklung vor Außenentwicklung, werde bei diesem Vorhaben umgesetzt, freute sich Dieter Braunmüller.

Michael Weber (Junge Bürger) verspricht sich von der Bebauung des Schöll-Areals eine besondere Bedeutung für junge Familien. Die Nähe zum Galgenberg, zu den Schulen und zur Innenstadt seien wichtige Kriterien. Eine zentrale Rolle, um die Verbindung des Schöll-Areals mit der Nürtinger Innenstadt für Fußgänger attraktiver zu machen, spielt für Weber die vorgesehene Umgestaltung der Neckarbrücke. Lothar Neitzel (FDP/Liberale Bürger) verspricht sich eine Belebung des Galgenberges und des Stadtbildes insgesamt durch den Wohnungsbau auf dem Schöll-Areal. Die Nähe zur Innenstadt und zu den Schulen mache das Gebiet attraktiv. Karl-Ludwig Lechner (REP) hofft, dass eine gute Anbindung des Wohngebietes an den Galgenberg gelingt. Dr. Franziska Schaal (SPD) wollte wissen, warum die Stadt das Gebiet nach einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan und nicht nach dem Nürtinger Modell umlegt. "Weil hier nicht grüne Wiesen einer Bebauung zugeführt werden, sondern eine bestehende Bebauung überplant wird", klärte Oberbürgermeister Heirich auf.

Die Erschließung des künftigen Wohngebietes erfolgt auf Kosten des Investors. Erst die fertigen Straßen gehen dann ins Eigentum der Stadt über.