Lokales

Stellung des Kreises ausbauen

Deutlich verjüngt, mit zwölf neuen Gesichtern, darunter drei Kreisrätinnen, geht die Fraktion Freie Wähler im Kreistag Esslingen in die neue Legislaturperiode. In ihrer konstituierenden Sitzung votierten die Freien in geheimer Wahl einstimmig für das bisherige Führungstrio mit Alfred Bachofer an der Spitze.

KREIS ESSLINGEN Bachofer stehen die Bürgermeister Hermann Bauer aus Weilheim und Hans Weil aus Köngen als Stellvertreter zur Seite. Die mit 27 Sitzen zweitstärkste Fraktion will sich auch in den kommenden Jahren dafür stark machen, die Spitzenposition des Landkreises Esslingen in der Region Stuttgart auszubauen.

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Die Freien Wähler, die traditionell stark im kommunalen Geschehen verwurzelt sind, sehen trotz der unverändert schwierigen Finanzlage von Gemeinden, Städten und Landkreis zuversichtlich in die Zukunft. Zum wiederholten Male sei in Vergleichen die Spitzenstellung des Landkreises Esslingen als Wirtschaftsraum bestätigt worden. Dies werde sich langfristig auch wieder in den kommunalen Haushalten niederschlagen. Entscheidende Impulse für das Investitionsklima im Raum erwarte man sich von der neuen Messe und den großen Maßnahmen der Bahn wie Stuttgart 21 und Schnellbahnstrecke bis Ulm. Unverändert kritisch sei dagegen die Entwicklung der den Kreishaushalt übermäßig belastenden Sozialausgaben trotz oder wegen Hartz IV. Diese sei die Hauptursache für den extrem hohen Kreisumlagesatz, der auf mehr als 45 Punkte zu steigen drohe.

"Wir werden in einem finanziellen Kraftakt die begonnenen Schulbaumaßnahmen, Berufsschulen in Nürtingen und die Sonderschule in Dettingen, schultern müssen und dann Zug um Zug daran gehen, die Beschlüsse zur Neustrukturierung der Krankenhäuser Kirchheim und Nürtingen zu verwirklichen", umriss der Fraktionsvorsitzende Alfred Bachofer die Schwerpunktaufgaben der kommenden Jahre. Die Krisen nicht mehr wirtschaftlicher Krankenhäuser zeigten, wie notwendig und richtig die vom Kreistag getroffenen Entscheidungen seien.

Innerhalb der Kreisverwaltung gelte es die Eingliederung der unteren Sonderbehörden wie Vermessungsämter, Forstbehörden und Schulämter zu bewältigen. Die Freien Wähler versprachen, akribisch darüber zu wachen, dass es hier zu keiner Lastenverschiebung zwischen Land und Landkreis kommt, die letztlich von den Gemeinden zu finanzieren wäre. Man stehe voll hinter den Vorstellungen von Landrat Heinz Eininger, der uneingeschränkt das Vertrauen der Fraktion genieße. Für die konstituierende Sitzung des Kreistags wurden die Mitglieder der beschließenden Ausschüsse und weiterer Gremien gewählt. Mit ihren Erfahrungen aus dem örtlichen Geschehen wollen die Kreisräte der Freien Wähler auch in den kommenden fünf Jahren einen Beitrag zu einer bürgernahen und auf die Belange der Städte und Gemeinden Rücksicht nehmenden Kreispolitik leisten.

pm