Lokales

Sterbende begleiten und Angehörige entlasten

Im Laufe der vergangenen sieben Monate haben sich vierzehn Frauen intensiv für den Einsatz als Sterbebegleiterinnen ausbilden lassen. Die neuen Hospizmitarbeiterinnen wurden nun im Rahmen eines Aufnahmegottesdienstes in der Kirchheimer Martinskirche eingesetzt.

KIRCHHEIM Zur Ausbildung der neuen Hospizmitarbeiterinnen gehörte die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod genauso dazu wie die Grundsätze des Hospizgedankens, palliativmedizinische Erkenntnisse und ein zweitägiges Pflegepraktikum. Bevor sie nun in die Praxis entlassen werden, erhielten sie im Gottesdienst aus den Händen von Ulrike Graf, Koordinatorin bei der Arbeitsgemeinschaft Hospiz Kirchheim, ihre Ausbildungszertifikate.

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In seiner Predigt machte Dekan Ellinger deutlich, dass es im Leben nicht darum gehen sollte, sov iel wie möglich von allem mitzubekommen und so wenig wie möglich an sich heranzulassen, sondern sich auf das Leben mit allen Schwierigkeiten und Freuden einzulassen. Dazu gehöre auch, sich mit der Endlichkeit des Lebens und mit dem Tod auseinanderzusetzen. Er ermunterte zu "carpe diem" nutze den Tag.

Der Geschäftsführer der AG Hospiz, Eberhard Haussmann, hieß die neuen Begleiterinnen in ihrem Ehrenamt willkommen. Er machte deutlich, dass sie als Sterbebegleiterinnen immer wieder vor neue, oft auch schwierige Situationen gestellt würden und dass er sich freue, dass sie sich für dieses Amt zur Verfügung gestellt haben. Cilla Berhausen, ehrenamtliche Mitarbeiterin der AG Hospiz, begrüßte die "Neuen" im Namen aller altgedienten und treuen Mitglieder herzlich: "Wir freuen uns, dass wir Verstärkung durch Sie bekommen. Es wird bestimmt nicht immer leicht sein, aber wenn wir alle trotz verschiedener Meinungen, Werte, Bedürfnisse und Ansichten zusammenhalten, einander helfen, miteinander reden, voneinander lernen, füreinander da sind, geht manches leichter, wird vieles schöner."

Der Psychologe Joachim von Lübtow, der die Ausbildungsgruppe zeitweise begleitete, machte den Neuen ebenfalls Mut für ihr Amt. Er schloss sein Grußwort mit einer Bitte um den Segen Gottes für die neuen Mitarbeiterinnen.

In der AG Hospiz Kirchheim engagieren sich nun wieder insgesamt vierzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Sie kommen zu schwerstkranken und sterbenden Menschen nach Hause, ins Krankenhaus und in die Pflegeheime. Sie entlasten mit ihrem Dienst die pflegenden Angehörigen, die dadurch Zeit zum Ausruhen oder für Besorgungen haben. Alleinstehende Menschen haben jemanden zum Reden oder es ist einfach jemand da, damit man nicht alleine sein muss. Auch für Menschen in Trauer ist die Arbeitsgemeinschaft Hospiz da. Einzelbegleitungen und Gesprächsgruppen für Frauen gehören zum Angebot. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. Der Dienst am Sterbebett ist kostenlos, Spenden sind aber immer willkommen.

Der Bereitschaftsdienst ist unter der Telefonnummer 01 72/7 45 52 94 erreichbar. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.hospiz-kirchheim.de.

gg