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Stimmungsmachegegen Rot-Grün

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Zum Artikel "Finanzpolitisch unsolide und kontraproduktiv", im Teckboten vom 11. September:

Einziges Ziel der obigen Pressemitteilung ist es, gegen Rot-Grün Stimmung zu machen. Mit wie wenig Kenntnis der finanzpolitischen Vergangenheit dies aber gemacht wird, ist erstaunlich. Ein MdB sollte sich vor so einer "Rund-um-Kritik" schon etwas kundig machen. Er sollte zum Beispiel in Richard von Weizsäckers "Vier Zeiten" lesen ab Seite 395 warum es während der Kohlregierung zu dieser gigantischen Verschuldung kam und wie man es hätte anders machen müssen. Es gab genügend warnende Stimmen OB Rommel Lastenausgleich nach Vereinigung aber nein, das hätte ja Wählerstimmen gekostet. Stattdessen "Weiter so Deutschland!" und wie nett und beruhigend: "Die Renten sind sicher".

Unter der Überschrift "Waigels Canossagang" vom 6. Juni 97 wird der CSU-Finanzminister von allen Seiten angeschossen, weil er ich zitiere "Zum Inbegriff chaotischer Haushaltsführung" geworden ist. Neuverschuldung. Bundeskanzler Kohl fasste die Situation und die Stimmung damals wie folgt zusammen: "Ich weiß ja, ihr kommt zu eurer Kreispartei zurück und da werdet ihr gefragt: Was macht ihr für eine in Bonn?" So, das ist jüngste finanzpolitische Vergangenheit. Mit 40 Milliarden Zinsen jährlich ist Hans Eichel vorbelastet.

Was mich aber an obiger Veröffentlichung am meisten gestört hat, ist die Aussage von Michael Hennrich: "Die Rot-Grüne Regierung verfolgt eine Politik der verbrannten Erde". Das ist ein Begriff aus der Militärgeschichte. Im Klartext heißt das, dass die geschlagene Bundesregierung alle lebensnotwendigen Einrichtungen bewusst zerstört, um dem siegreich nachrückenden Gegner zu schaden. So geschehen zum Beispiel beim Feldzug Napoleons in Russland bis zum von den Russen selbst gelegten Brand von Moskau. Wie der Feldzug dann endete, ist allgemein bekannt. Oder vielleicht doch nicht?

Friedrich Blum

Kirchheim, Lange Morgen

Folsäure für dasAllgemeinwohl?

Zum Artikel "Schwangerschaft: Oft fehlen Jod und Folsäure", im Teckboten vom 11. Oktober:

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe fordert, Backmehl und Salz mit Folsäure anzureichern. Das soll wohl ein Scherz sein? Nur weil etwas zehn Prozent schwangere Frauen nicht wissen, wie sie sich ernähren sollen? Der Griff zu Fertiggericht und Mikrowelle ist eben auch einfach. Deshalb sollen alle anderen Menschen ebenfalls solche angereicherten Lebensmittel konsumieren? Das darf ja wohl nicht wahr sein.

Hier sollte erst mal festgestellt werden, ob und was den Frauen an möglichen Vitaminen und Mineralstoffen fehlt. Und da denke ich doch, ist ihr Doktor zuerst gefordert, der dann auch gezielt verordnet. Nur im Supermarkt zu diesen Ernährungsergänzungsmitteln zu greifen, halte ich für äußert fraglich. Ein solches Verlangen von diesem Arbeitskreis grenzt immer mehr an die Entmündigung des Patienten, nein, der ganzen Bevölkerung.

Jod wird ja nun schon seit langem zugesetzt. Nehmen wir nur vorab das Salz. Auch Wurst, Milchprodukte, Backwaren und so weiter sind mit Jod angereichert. Aber auch dem Viehfutter wird schon seit langem Jod zugefügt. So, und dann beginnt der Kreislauf bis zur Nahrungsaufnahme.

Haben sich solche Leute schon mal Gedanken gemacht, dass Menschen gegen solche Zusätze in der Ernährung allergisch reagieren können? Wie viele Menschen sind auf Grund der Jodierung in den Nahrungsmitteln schon schwer erkrankt? Dies dürften mehr als zehn Prozent schwangerer Frauen sein. Darum kann ich nur sagen, Hände weg von solchen Vorstellungen, der Menschheit damit Gutes zu tun.

Rosemarie Geserer

Lenningen, Bahnhofstraße

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