Lokales

Stippvisite in die Vergangenheit

Einmal wieder die Balinger Alb zu erleben und andererseits das tragische Geschick des misslungenen Attentates auf Hitler nachzufühlen unternahmen die Lenninger Senioren unter Führung von Helmut Köble einen vielseitigen Nachmittag in die Balinger Berge.

LENNINGEN In Lautlingen war der Geburtsort des Grafen Claus Schenk von Stauffenberg, der als ehemaliger begeisterter Berufs-Offizier und Bewunderer des "größten Feldherrn aller Zeiten" sich zu einem geschichtsträchtigen Schritt entschloss, als der Krieg bereits unaufhaltsam verloren war.

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Claus von Stauffenberg wurde an der Seite Rommels im Afrika-Feldzug schwer verwundet, verlor ein Auge und eine Hand und wurde hernach Stabsoffizier des Ersatzheeres unter Generaloberst Fromm. Schon sein Vater, in treuen Diensten des württembergischen Königshauses, war auch überzeugter Katholik, der dann die frühere Hofdame von Königin Charlotte, Gräfin von Uexküll, aus dem Baltikum heiratete, eine Brieffreundin zu Rainer Maria Rilke. Manche privaten Freundschafts-Treffen, auch später als der Widerstand sich schon formierte, fanden in Lautlingen statt. Selbstverständlich überkam auf alle Überlebenden nach dem Attentat auf Hitler der Familienbann, den auch seine Mutter bis zum Jahr 1956 noch erleben musste. Neben der kleinen Kirche in Lautlingen wurde für ihn und den ebenfalls ermordeten Bruder Berthold eine Bronzefigur von Professor Marcks erschaffen.

Seit 1970 wurde die gesamte Schlossanlage von der Stadt Albstadt übernommen und beherbergt heute Archivräume der Kolpingsfamilie, Albverein und vor allem die international bekannte Musikinstrumenten-Sammlung Martin Jehle.

Weiter ging es für die Lenninger Senioren zum Café auf das hoch gelegene Burgfelden, wo die Teilnehmer auf über 900 Meter Höhe eine herrliche Aussicht bei oft windigen Temperaturen hatten. Burgfelden liegt auf der Berginsel des Böllat, mit seiner einmaligen Aussicht vom Lochenstein bis zum Hohenzollern hinunter. Nächstes Ziel war die kunsthistorische Sankt-Michaeliskirche aus dem 11. Jahrhundert mit seinen verblichenen Wandmalereien, ähnlich wie auf Reichenau.

War die Gruppe auf der Herfahrt quer über die Alb gefahren, so ging die Heimfahrt nun durch Hechingen, am Hohenzollern dem Nordrand der Alb entlang, mit ihren eindrucksvollen Silhouetten von Bergen und Tälern.

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