Lokales

Strahlende Gesichter beim Trachtenverein

"Es läuft brutal", so der sichtlich erfreute Werner Otterbein, Vorsitzender des Trachtenvereins Schlierbach, zum Herbstmarkt in der Turn- und Festhalle. Er ist von Haus aus Optimist, dass allerdings rund 2000 Interessierte am Kunsthandwerk "vorbeischauen", damit hatte auch er nicht gerechntet.

RUDOLF STÄBLER

Anzeige

SCHLIERBACH Der Trachtenverein Schlierbach, angetrieben von seinem Vorsitzenden Werner Otterbein, hatte sich schon ein wenig aufs Glatteis gewagt. Sicherlich fanden in der Schlierbacher Halle bereits 15 Ostermärkte bei entsprechendem Zuschauerandrang statt, aber einen Herbstmarkt, den hatte man noch nie veranstaltet.

Eine neue Herausforderung also für den Verein, der gerade mal 180 Mitglieder aufweist. 50 davon waren am Wochenende nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Und als am gestrigen Sonntag um 18 Uhr die Ausstellung ihre Pforten schloss, waren die freiwilligen Helfer noch lange nicht am Ende eines arbeitsreichen Wochenendes. Da hieß es die Halle aufzuräumen und zu putzen. Danach allerdings, da war sich der "Chef" sicher "trinken wir schon ein Viertele oder zwei."

Der Vorsitzende Otterbein hatte eigentlich "Mitleid" mit den Beschickern des Ostermarktes, die aus Platzgründen einfach nicht mehr angenommen werden konnten. So wuchs langsam der Gedanke, auch noch einen Herbstmarkt in Schlierbach aufzuziehen. Hier sollten die "abgewiesenen" des Ostermarktes und neue Interessenten zum Zug kommen. Und dabei legt der Trachtenverein vor allem sein Augenmerk darauf, keine gewerblichen Anbieter zum Zuge kommen zu lassen. Otterbein: "Wir wollen kein Made in China oder Honkong sondern nur Kunsthandwerker und Hobbykünstler.

Und die genau 39 Aussteller zeigten in der Schlierbacher Halle was in ihnen steckt. Da gab es "Massives vom Holzwurm", herrlich anzuschauendes Holzspielzeug und gleich nebenan Kuscheltiere für die Kleinen, die bekanntlich das bessere Einschlafen ermöglichen. Tiere aus Gießkeramik fanden genauso Interesse wie Kinder- und Puppenkleider, natürlich auch selbst gefertigt. Handbemalte Seidenschals weckte vor allem die Neugierde der jüngeren und älteren Damen, wobei auch die selbst gestrickten Wollsocken durchaus Interesse fanden. Auch wenn das Wetter am Wochenende keinerlei Gedanken an die Weihnachts- und Winterzeit aufkommen ließ, waren auch die mit Weihnachtsschmuck versehenen Tische stets dicht umdrängt.

Nicht nur bei den Kindern war ein Glasbläser der Renner. Der verstand es, herrliche Tiere zu fertigen und wenn man Glück hatte, waren die Eltern bereit, eines der Kunstwerke zu erwerben. Blasen musste der Graveuer nicht an seinem Arbeitsplatz. Er war dafür bereit, einen Namen oder ein Bild in ein entsprechendes Glas zu gravieren. Warum der Bürstenbinder so heißt war deutlich bei seiner Arbeit zu sehen. Handgefertigt, keine Industrieware, das konnte schon locken. Allerdings trank er Kaffee! Saufen wie ein Bürstenbinder, nicht zu klären.