Lokales

Strahlenexperte hält Standort für akzeptabel

In der Diskussion um den Bau einer Mobilfunkanlage in Dettingen zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die Betreibergesellschaft kann sich mit einem Standort im Gewann Eichhalde anfreunden, und nach Expertenmeinung hält sich die Strahlenbelastung in den Wohngebieten in Grenzen.

BIANCA LÜTZ

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DETTINGEN "Der Mobilfunkanbieter O2 versucht immer noch, einen Standort für eine Sende- und Empfangsanlage in Dettingen zu finden", teilte Bürgermeister Rainer Haußmann in jüngster Gemeinderatssitzung mit. Im Februar hatten sich die Dettinger Bürgervertreter gegen die Errichtung einer UMTS- und GSM-Sendeanlage zwischen Autobahn und Guckenrain ausgesprochen. Der 30 Meter hohe Masten hätte das Landschaftsbild stark gestört.

Als Alternative schlug die Gemeinde der Betreibergesellschaft andere Standorte vor, die die Einwohner möglichst wenig belasten sollten. Einer davon befindet sich in der Nähe des Wasserhochbehälters Eichhalde, rund 60 Meter unterhalb eines Strommastens, auf dem bereits die Antenne eines anderen Mobilfunkanbieters angebracht ist. Nach anfänglicher Ablehnung stimmte O2 nun dem Platz im Gewann Eichhalde zu: "Der Betreiber denkt, dass die Übertragung funktioniert", so Rainer Haußmann.

Um sicherzugehen, dass die Strahlenbelastung der GSM- und UMTS-Anlage für die Dettinger Bevölkerung so gering wie möglich bleibt, hat die Gemeinde Norbert Honisch vom Ingenieurbüro für Umweltstress-Analytik beauftragt, vorab die Belastung durch einen knapp 40 Meter hohen Sendemasten in der Eichhalde zu überprüfen. Die Ergebnisse stellte Norbert Honisch im Ratsrund vor.

"Aus meiner Sicht ist der Standort akzeptabel. Ich glaube, er ist ein guter Kompromiss zwischen minimaler Belastung der Bevölkerung und wirtschaftlichen Aspekten des Betreibers", fasste der Diplom-Ingenieur die Ergebnisse seiner Untersuchungen zusammen. Auf einer Karte stellte Honisch dar, wo gängige Richt- und Grenzwerte überschritten werden.

Im bebauten Bereich übersteigt die Strahlung den sogenannten "Salzburger Resolutionswert" von 1000 Mikrowatt pro Quadratmeter der übrigens 8000 mal niedriger ist als der gesetzliche Grenzwert lediglich in den Wohngebieten Baumgarten und Stiegeler. Laut Norbert Honisch wäre es jedoch möglich, die Belastung durch eine Änderung von Strahlenneigung und Hauptstrahlrichtung in den "grünen Bereich" zu bringen. "Ob das aber funktioniert und mit dem Versorgungsplan von O2 übereinstimmt, kann nur der Mobilfunkanbieter selbst sagen", betonte Honisch.

"Wir werden den Optimierungsvorschlag beim Betreiber einbringen", versprach Bürgermeister Rainer Haußmann. Wenn die Antwort vorliegt, entscheidet der Gemeinderat darüber, ob er den Bau des Mastens billigt oder nicht. Kommt der neue Masten, so fällt die bislang von O2 genutzte Antenne auf dem Berger-Areal weg.

Gemeinderat Manfred Diez erkundigte sich bei Diplom-Ingenieur Honisch danach, wie hoch die Belastung in Dettingen durch alle Mobilfunknetze in Summe sei. "Da gibt es keine direkten Werte, weil es nur punktuell zu Überlagerungen und Erhöhungen kommt", antwortete Honisch.

Dass es notwendig ist, immer wieder neue Mobilfunkantennen zu errichten, belegte er anhand von Zahlen: "Es gibt 85 Millionen Handys in Deutschland und alle wollen versorgt sein." Um die Versorgung sicherzustellen und den Verbrauchern ein gutes, störungsfreies Netz zu gewährleisten, müssten die Anbieter immer wieder neue Anlagen bauen und neue Techniken anwenden.